- Sieben Fragen an Ada Philine Stappenbeck - 27. März 2026
- „Liebesbesuch“ (2025) - 27. März 2026
- Acht Fragen an Jon Grandpierre - 26. März 2026
Filmkritik: Der französische Kurzfilm „Birth of a Fire“ von Archibald Martin konnte auf den 59. Hofer Filmtagen 2025 den PHAROS Shiver Screen Award für den besten Genre-Film gewinnen. Es erzählt die Geschichte zweier Freunde, die eigentlich ein wenig Ruhe suchen.
Die beiden Freunde Romane (Marysol Fertard) und Marcus (Tacu Diong-Keba) begeben sich in die Pfälzer Wald, der an der deutsch-französischen Grenze liegen, um ein paar Tage entspannt zu wandern und auch, um das, was Romane erlebt hat, ein Stück weit verarbeiten zu können. Doch schon am ersten Tag – besser gesagt in der ersten Nacht – wird klar, dass sie hier in Gefahr sind.
Der belgische Regisseur und Drehbuchautor Archibald Martin wurde durch die Geschichte des Schwarzwald-Rambos inspiriert. Die Motivation und der Charakter dieses Menschen, der vier Polizisten bedrohte, entwaffnete und anschließend floh, interessierte ihn für seine Geschichte nicht, sondern er wollte sich lieber auf die Opfer, auf die Helden der Geschichte konzentrieren. Dabei schafft es der Regisseur, trotz der Kürze des Films, uns die beiden und ihre Freundschaft gelungen näherzubringen. Der Schmerz, den Romane physisch wie psychisch mit sich trägt, ist dabei ebenso greifbar wie ihre Verbundenheit. Das führt dazu, dass man gar nicht anders kann als mit ihnen mitzufiebern, wenn sie sich schlussendlich der Gefahr stellen müssen. Das wird durch das gelungene Spiel der beiden Darsteller:innen Marysol Fertard und Tacu Diong-Keba unterstützt.
Besonders wichtig ist aber auch die Atmosphäre des Waldes und das fremde Land, dessen Sprache man nicht spricht. Das erhöht das Bedrohungspotential. Dabei legte Martin in der Inszenierung Wert auf ein authentisches Setting, so dass man diesen Wald und das harmlose Wandern darin überall verorten könnte, was die Unheimlichkeit der Geschichte noch steigert.
Fazit: „Birth of a Fire“ ist ein gelungener Genre-Kurzfilm von Archibald Martin, der eine klassische Horrorgeschichte von einer harmlosen Wanderung erzählt, die in einen Überlebenskampf umschlägt. Dabei konzentriert sich der Regisseur vor allem auf den Kampf und weiß die Atmosphäre des Waldes sehr gut einzusetzen, um eine dichte Atmosphäre und Spannung zu erzeugen.
Bewertung: 4/5
Trailer zum Kurzfilm „Birth of a Fire“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 59. Internationale Hofer Filmtage 2025
- Doreen Kaltenecker, ‚Acht Fragen an Archibald Martin‘, testkammer.com, 2025
- Eintrag des Kurzfilms „Birth of a Fire“ an der Uni France
