Buchkritik: Der Verlag Taschen hat eine umfangreiche Reihe über Künstler veröffentlicht. Dabei sind die einzelnen Bücher meistens nur um die 100 Seiten lang und besitzen viele Bilder. Sie dienen wunderbar als Einstieg in das Œuvre eines Künstlers.
Sachbuch
Jacques Tardi: Elender Krieg

@ Edition Moderne
Buchkritik: Wenn ein Comicautor in die französische Ehrenlegion aufgenommen werden soll, ist das schon außergewöhnlich. Eine wirkliche Bombe ließ Jacques Tardi platzen, als er die ihm angedachte Ehre rundheraus ablehnte. Doch wer sich Tardis Schaffen anschaut, zum Beispiel den Comic „Elender Krieg“, den wundert diese Reaktion nicht.
Der Große Krieg, das ist für unsere französischen Nachbarn (und auch die Engländer und Italiener) der Erste Weltkrieg. 2008, als die ersten offiziellen Überlegungen zum 100-jährigen Jubiläum des Krieges anfingen, brachte Tardi bereits den ersten Teil von „Elender Krieg“ (frz. Originaltitel: Putain de guerre!) heraus. Er erzählt die Jahre 1914 bis 1916. Der zweite Teil folgte 2009. Der Verlag Edition Moderne packt beide Teile plus einem sehr ausführlichen historischen Anhang von Jean-Pierre Verney zusammen.
Buchgeschichten. Wege zur Weltliteratur
Buchkritik: Achtung, dieses Buch verführt. Denn es macht nicht nur Spaß, es zu lesen, sondern die kurzen Abhandlungen verleiten auch dazu, das jeweils thematisierte Buch zu verschlingen. Nur am Lektorat hat es leider gemangelt.
Hinter „Buchgeschichten“ steht ein starkes Konzept. Die Studenten vom Institut der Buchwissenschaften an der Uni Leipzig sollten je einen Essay von wenigen Seiten zu einem wichtigen Werk der Weltliteratur verfassen. Einfach den Inhalt herunterleiern, galt nicht. Jeder Student sollte die interessanteste Geschichte rund um das ausgewählte Buch finden. Da gibt es die Übersetzungsgeschichte der Pippi Langstrumpf, die durch die irrsinnig biedere Übertragung in Frankreich erst phänomenal floppte. Im Vordergrund für die Besprechung der Buddenbrooks steht Zahnweh. Solche ungewöhnlichen Zugriffe lassen den Leser mit Spannung schmökern, was ihn eigentlich vielleicht abgestoßen hätte. Olle Schullektüre trifft auf geballte Erotik wie das Kamasutra oder die wunderbare Miss Marple. Es geht einmal quer über den Globus und durch die Geschichte.
“The World of Tim Burton” von Achim Sommer (Hrsg.) (2015)
Buchkritik: Der Ausstellungskatalog “The World of Tim Burton”, herausgegeben von Achim Sommer, ist der Begleitkatalog zur gleichnamigen Sonderausstellung im Max Ernst Museum in Brühl, welche vom 16. August 2015 bis 3. Januar 2016 gezeigt wurde. Das 120 Seiten lange, gebundene Buch mit Texten von Patrick Blümel, Tim Burton selbst und Jenny He ist eine gute Ergänzung und ein perfektes Souvenir zur gesehenen Ausstellung.


