“Train to Busan” (2016)

Filmkritik: Der Zombiefilm ist ein beliebtes Subgenre des Horrorfilms, das es bereits seit den 30 Jahren des 20. Jahrhunderts gibt. Seitdem sind viele Spielarten in diesem Genre entstanden: Voodoo-Filme, Seuchenausbrüche, Dystopien, Liebesfilme und natürlich auch Komödien. Über die Zeit haben sich immer mehr Regeln, Stereotypen und auch Klischees entwickelt. Der südkoreanische Film “Train to Busan” (OT: “Busanhaeng”, Südkorea, 2016) schnappt sich die besten Elemente und macht daraus ein spannendes und referenzielles Genreexemplar.

Der stets beschäftigte Geschäftsmann Seok-Woo (Gong Yoo) hat seiner Tochter Su-an (Kim Su-an) versprochen, an ihrem Geburtstag mit ihr zu ihrer Mutter nach Busan zu reisen. Im Hochgeschwindigkeitszug KTX angekommen, wird schnell klar, dass irgendetwas Schlimmes in Südkorea vor sich geht. Als eine schwer verletzte Person an Bord gelangt, breitet sich die Zombieseuche rasch im Zug aus. Seok-Woo und seine Tochter verbarrikadieren sich mit Sung-hwa (Ma Dong-seok) und seiner schwangeren Frau Sung-kyung (Jeong Yu-mi) und weiteren Passagieren, darunter die Cheerleaderin Jin-hee (An Sohee), ein Obdachloser (Choi Gwi-hwa) und ein skrupelloser CEO (Eui-sung Kim). Nun heißt es, durchhalten bis zum nächsten Bahnhof, wo bereits das Militär auf sie wartet.

Südkoreanische Filme, auch im Horrorsektor, sind seit Jahren ein Garant für gute Unterhaltung. Gute Beispiele sind Filme wie “The Host” (2006) von Joon-ho Bong und “Oldboy” (2003) von Chan-wook Park. So reiht sich der Film “Train to Busan” des Regisseurs Yeon Sang-ho in eine erfolgversprechende Tradition ein. Als erfolgreichster Film 2016 in Südkorea, konnte er 11,6 Millionen Zuschauer in die Kinos locken. Hier in Deutschland lief er nur in ausgewählten Reihen (wie im Dresdner Kino in der Fabrik in der Reihe ‘Cinema obscura’) und auf Festivals wie dem Fantasy Filmfest. Der südkoreanische Regisseur Yeon Sang-ho, der bisher für das deutsche Publikum eher unbekannte Werke geschaffen hat, kreierte zusammen mit seinem Drehbuchautor Joo-Suk Park einen spannenden Horror-Action-Film. “Train to Busan” greift dabei auf viele bekannte Elemente des Genres zurück und schafft typische Figuren und Konstellationen. Doch dabei ist er nie aufdringlich oder künstlich, sondern referentiell und gut aufgebaut. So sind zwar die Charaktere von typischen Nuancen und Klischees geprägt, doch funktionieren sie zugleich wunderbar, so dass jeder Verlust auch bei den Zuschauern spürbar ist. Das liegt vor allem daran, dass trotz einer raschen, schnellen Inszenierung und einem temporeichen Verlauf der Geschichte die Personen gut und intensiv genug charakterisiert werden. Hinzukommt die enge Atmosphäre des Zuges, die zusätzlich für enorme Spannung sorgt. Auch sind Yeon Sang-hos Zombies nicht träge, sondern schnell und extrem aggressiv. Das bietet genügend Raum für packende Actionszenen, die der Regisseur wunderbar eingefangen hat. Abgerundet wird das ganze von einer überzeugenden Optik. Diese kann sowohl bei der Locationwahl und mit der Ausstattung als auch bei der Maske überzeugen. Im Gesamten ist “Train to Busan” ein wunderbar unterhaltsamer Zombiefilm, der das Genre zwar nicht neu erfindet, aber alles stimmig zusammenfügt und damit die Zuschauer über die gesamte Dauer packen kann.

Fazit: Der südkoreanische Film “Train to Busan” ist ein feinster Zombiefilm, der wunderbar Stereotypen und bekannte Elemente mit neuen Ideen kombiniert. Zudem schuf der Regisseur Sang-Ho Yeon Charaktere, die Sympathien und Hass auf sich ziehen und so wird der Zuschauer unweigerlich eingezogen und ist die zwei Stunden gebannt und angespannt. Damit mausert sich “Train to Busan” zu einem der besten Zombiefilme der letzten Jahre.

Bewertung: 8/10

DVD-Start: 24. Februar 2017

Der Trailer:

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Wikipdia Train to Busan 

passendes zum Thema: Testkammer-Kritik “The Girl with all the Gifts” 

 

3 Gedanken zu ““Train to Busan” (2016)

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