“Das Pubertier – Der Film” (2017)

Filmkritik: Seit Jahren setzt der deutsche Filmemacher Leander Haußmann (*1959) Buchverfilmungen erfolgreich um und schuf viele bekannte, wunderbare Filme wie “Herr Lehmann” (2003) und “Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe” (2008). Oft hat er dafür mit dem Autor Sven Regener (Frontsänger der Band ‘Element of Crime’) zusammengearbeitet. Für seinen neuesten Film – “Das Pubertier – Der Film” (Deutschland, 2017) – schrieb er zusammen mit dem Autor der Romanvorlage, Jan Weiler, das Drehbuch.

Carla (Harriet Herbig-Matten) war immer die kleine Prinzessin ihrer Eltern Hannes (Jan Josef Liefers) und Sara (Heike Makatsch). Doch mit dem heranrückenden 14. Geburtstag wird das ehemals brave Mädchen zum Pubertier. Ihr fällt das Aufstehen schwer, sie diskutiert viel und schreit liebend gern, zudem ist ihr vieles peinlich und sie hat ein Interesse für Jungs entwickelt. Um ihr in dieser schwierigen Phase beizustehen, beschließt der Journalisten-Papa sich eine Auszeit von der Arbeit zu nehmen und nicht alles so falsch zu machen wie das befreundete Ehepaar (Monika Gruber und Detlev Buck). Doch Hannes stolpert von einem Fettnäpfchen ins nächste und wählt oft den falschen Weg, um seiner Tochter nah zu sein.

Zusammen mit dem Autor Jan Weiler (*1967) schuf Leander Haußmann wieder einmal eine gute, aber irgendwie auch sehr deutsche Komödie. Er nimmt darin alle möglichen Stereotypen aufs Korn und spielt mit bekannten Versatzstücken und Klischees. Das macht er mit viel Humor und berichtet vor allem durch die Gedanken und Erzählungen des Vater, wie auch schon in der Romanvorlage, von allerlei Witzigem, Bekanntem und teilweise auch fremdschämartigen Ereignissen. Dabei wird nicht nur auf den Roman zurückgegriffen, sondern dieser mit weiteren Anekdoten aus Weilers und Haußmanns Leben und Bekannten von ihnen gespickt. Die Dramaturgie ist dabei aber typisch Haußmann und verortet die Geschichte nach eigenen Aussagen zwischen Drama und Beiläufigkeit. Dabei sind bei den Filmemachern die Erwachsenen die eigentlichen Pubertierenden, da ihre Handlungen meist weniger erwachsen wirken. Durch die gute Wahl seiner Schauspieler verlieren diese aber nie an Sympathien und bilden wunderbar überspitzte Identifikationsfiguren für unterschiedliche Generationen. Dabei ist der Blickwinkel stets aus Sicht der Erwachsenen und eignet sich vor allem für Zuschauer, deren Pubertät mittlerweile auch so weit entfernt liegt, dass sie befremdlich wirkt. Zudem bereitet es Eltern leichtfüßig auf kommende Ereignisse vor. Abgerundet wird die Komödie von der stimmigen Location und den guten Darstellern. Das malerische Einfamilienhaus war einige Jahre lang das Wohnhaus Weilers und somit ideal und authentisch. Das Ensemble fügt sich wunderbar in die gehobene Idylle des bayerischen Vororts ein. Prominent besetzt geben Liefers, Makatsch, Buck, Gruber und Justus von Dohánanyi ihren Charakteren eine Mischung aus Tiefe und Stereotypen. Doch allen voran überzeugt die zum Zeitpunkt des Drehs 13-jährige Harriet Herbig-Matten. Trotz der erschwerten Drehbedingungen wurde entschieden mit der Jungdarstellerin zu arbeiten, die perfekt die junge Carla mit all ihren Ecken und Kanten verkörpert. Im Gesamten ist Leander Haußmanns neuester Film amüsantes Unterhaltungskino mit vielen Szenen, die Wiedererkennungswert haben und zum Schmunzeln oder zum Fremdschämen bringen.

Fazit: Die Romanverfilmung “Das Pubertier – Der Film” von Leander Haußmann ist wunderbare Unterhaltung. Der deutsche Film zeigt eine amüsante Sicht auf die Pubertät und stiftet für Eltern wie bestimmt auch für junge Menschen Identifikationsfiguren. Die Komödie überzeugt dabei vor allem mit den schlagfertigen Dialogen, den guten Darstellern und dem pointierten Einfangen von Alltäglichkeiten. Im Gesamten ist der Film ein gelungener Kinospaß, welcher die Vorlage besonders gut ausreizt.

Bewertung: 7,5/10

Kinostart: 6. Juli 2016, DVD-Start: 16. No2vember 2017

Der Trailer zu “Pubertier – Der Film”:

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Pressematerial von Constantin Filmverleih

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