“Jumanji: Willkommen im Dschungel” (2017)

Poster des Film

© Sony Pictures

Filmkritik: Für die Kinder, welche in den 90er Jahren groß wurden, gehörte “Jumanji” (1995) zu den großen, fantastischen Abenteuerfilmen. Er war damals für seine Zeit gut gemacht, spannend und amüsant. Jetzt, 22 Jahre später, folgt mit “Jumanji: Willkommen im Dschungel” (OT: “Jumanji 2”, USA, 2017) eine unerwartete Fortsetzung, welche durch die Liebe zum Original und ihr gutes komödiantisches Gespür etwas Neues und Eigenständiges schuf.

© Sony Pictures

Die vier Teenager Spencer (Alex Wolff), sein ehemals bester Freund Fridge (Ser’Darius Blain), die schüchterne Martha (Morgan Turner) und die eitle Bethany (Madison Iseman) müssen alle aus unterschiedlichen Gründen nachsitzen. Dabei entdecken sie in der Schule eine alte Spielkonsole mit dem Videospiel Jumanji. Da sie nichts Besseres zu tun haben, beginnen sie das Spiel, werden umgehend von diesem eingezogen und finden sich so auf einmal in Jumanji selbst wieder. Diese Dschungelinsel wird seit geraumer Zeit von dunklen Mächten beherrscht und sie sollen diese Bedrohung stoppen. Dabei finden sich die vier Teenager in ihren Avataren wieder, so dass der Nerd Spencer auf einmal den starken und scheinbar unverwundbaren Dr. Smolder Bravestone (Dwayne Johnson) und der Football-Star Fridge den schwächeren Moose Finbar (Kevin Hart) spielt. Neben dem Erfüllen der Quest und dem Überleben im Dschungel, lernen die Teenager in ihren neuen Körpern mit ihren eigenen Schwächen umzugehen. So kann die schüchterne Martha im Körper von Ruby Roundhouse (Karen Gillian) endlich das richtige Selbstwertgefühl entwickeln und Bethany als Professor Shelly Oberon (Jack Black) Selbstlosigkeit beweisen, als sie Alex (Nick Jonas) kennenlernt, der schon länger im Spiel gefangen ist. Nur zusammen können sie den Ausweg finden und den bösen Van Pelt (Bobby Cannavale) besiegen.

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Der Regisseur Jake Kasdan (*1974), bekannt durch Komödien wie “Bad Teacher” (2011) und der Serie “New Girl” (Regie zwischen 2011-2013), schuf mit seinen Drehbuchautoren Erik Sommers, Scott Rosenberg, Jeff Pinkner und Chris McKenna eine wunderbare Fortsetzung und Hommage an das Original von 1995. Dabei sind die Filmemacher bekennende Fans nicht nur des Films, sondern auch der Kinderbuchvorlage “Jumanji” von Chris van Allsburg (1982). Trotzdem wollten sie etwas Neues schaffen. So verlagerten sie die Geschichte in den Dschungel, wohingegen im ersten Film der Dschungel in unsere Realität kam. Dies war durch den simplen Kniff möglich, dass sie das Brettspiel in ein Retro-Konsolen-Spiel, der 90er Jahre umwandelten. Dieser Trick machte den Film zu einer perfekten Body-Switch-Komödie und birgt damit das meiste komödiantische Potenzial. Die Schauspieler Johnson, Hart, Gillian und Black machen den Körpertausch spürbar lebendig. Ihr Spiel ist so überzeugend, dass man die Teenager stets vor sich sieht. Dies gibt dem Film die Möglichkeit viele gelungene Witze einzubauen und wunderbar mit den Stereotypen zu spielen. Jack Black als eitle Tusse und Dwayne Johnson als schüchternen Nerd hat man so einfach noch nicht gesehen und bringen viel Freude.

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Aber auch die Übertragung in eine Konsolenspielewelt trotz einer sehr rudimentär angelegten Gaming-Erklärung bringt viel Freude. Bedient sich der Film dabei doch an alten Spieleklassikern und überträgt deren Spielelemente gut ins Filmische. Dies sind aber nicht die einzigen Reminiszenzen, denn auch zum Original-Film und zu seiner Hauptfigur Alan Parrish (damals wunderbar gespielt von Robin Williams) wird oft Bezug genommen. Das spricht vor allem Liebhaber des alten Films und Nostalgiker an, lässt aber den Film trotzdem nicht altbacken oder unverständlich werden. Er erreicht auch mit seiner witzigen Coming-of-Age-Geschichte mit vielen gut platzierten Gags und pointierten Dialogen eine neue Generation von Zuschauer. Gedreht wurde das Ganze auf Hawaii und besitzt somit einen wunderschönen, wie in Spielen ästhetisch gesäuberten, wilden Look. Unter dem Produktionsdesigner Owen Paterson entstand ein hübscher Dschungel, der ebenfalls oft Bezug zur Vorlage nimmt. Dabei wirkt alles weniger authentischer, dafür aber sehr verspielt und erinnert an die Spiele “Tomb Raider” (1996) und Konsorten. Daran schmiegen sich auch die Spezialeffekte und Kampfchoreographien wunderbar an. Abgerundet wird das Ganze von einem passenden Soundtrack von Henry Jackman, der sogar eine zeitlang als Oscar-Kandidat galt.

© Sony Pictures

Fazit: Der Spielfilm “Jumanji: Willkommen im Dschungel” macht einfach alles richtig und mausert sich so zu einer der besten Komödien des Jahres 2017. Im Gegensatz zu all den Blödelfilmen, entsteht sein Humor durch eine witzige Körpertauschaktion, pointierte Dialoge und hervorragende Darstellern. Damit ist der Film für alle Generationen ein großer Kinospaß und Fans des Original-Film “Jumanji” von 1995 freuen sich über die vielen Anspielungen. Das macht “Jumanji: Willkommen im Dschungel” zu einem großen, empfehlenswerten Kinospaß.

Bewertung: 9/10

Kino-Start: 22. Dezember 2017, DVD-Start: 21. Juni 2018

Der Trailer zum Film “Jumanji: Willkommen im Dschungel”:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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