„Peter Hase“ (2018)

© Sony Pictures Germany

Filmkritik: Viele Kinderbuchklassiker werden nach und nach für die heutigen Generationen neu verfilmt oder ganz neu fürs Kino entdeckt. Während Winnie Pu, Paddington oder der Grinch sich schön länger auf den Leinwand tummeln und von einigen sogar bald neue filmische Varianten ins Kino kommen, wurde die Geschichte von Peter Hase der britischen Autorin Beatrix Potter bisher nur indirekt in einer Biographie über die Künstlerin angeschnitten (“Die zauberhafte Welt der Beatrix Potter” (2006) mit Renée Zellweger in der Hauptrolle). Das bereits 1902 erschienene Kinderbuch wurde von dem Regisseur Will Gluck frei interpretiert und er schuf daraus eine spaßige Kinounterhaltung: “Peter Hase” (OT: “Peter Rabbit”, USA, 2018).

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Peter Hase (gesprochen im Dt. von Christoph Maria Herbst), seine Geschwister Flopsi, Mopsi und Wuschelpuschel, sein Kumpel Benjamin Kanin und alle anderen Waldbewohner haben allem Anschein nach den Kampf gegen den alten McGregor (Sam Neill) gewonnen und konnten das Haus und Garten für sich erobern. Zusammen mit der Nachbarin Bea (Rose Byrne), welche die Tiere und die Natur über alles liebt, haben sie ein scheinbar perfektes Zuhause gefunden. Doch als der Enkel des Verstorbenen, Thomas McGregor (Domhnall Gleeson), auftaucht, ändert sich alles. Dieser kann sich als Stadtmensch nicht recht mit dem Landleben anfreunden und will eigentlich nur das Haus verkaufen. Doch dann verliebt er sich in die schöne Nachbarin und muss sich auf einmal auch mit den lästigen Tieren, die ständig in seinem Garten plündern, beschäftigen.

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Bereits 1902 brachte die britische Kinderbuchautorin Beatrix Potter (1866-1943) das Kinderbuch “Die Geschichte von Peter Hase” (OT: “The Tale of Peter Rabbit”) heraus. Über die Jahre kamen weitere Geschichten aus dem Umfeld von Peter Hase dazu. Diese wurden wunderbar in der Ausgabe des Verlags FISCHER Sauerländer zusammengefasst. All das diente den Drehbuchautoren Rob Lieber (*1976) und Will Gluck (*1972), der auch die Regie übernahm, dazu, daraus einen Hollywood-gerechten Kinderfilm zu basteln. Die Geschichte wurde um eine menschliche Komponente erweitert. Hier sieht man nicht nur den alten McGregor (kurzer Auftritt Sam Neill) stets das Kaninchen Peter (die Bezeichnung als Hase ist durch eine Übersetzungsfehler der Erstausgabe begründet) jagen, sondern es wird erweitert um die freundliche Nachbarin Bea (entzückend gespielt von Rose Byrne) und den Enkel des alten McGregor. Der Zwist findet nun zwischen dem jungen McGregor und eifersüchtigen Hasen Peter und seinen tierischen Freunden (darunter seinen Geschwistern, Benjamin Kanin, eine Igeldame, ein Nackedei-Fuchs und vielen weiteren Waldbewohnern) statt. Hinzu kommen die Aspekte der Unterschiede zwischen Stadt- und Landbewohnern (und die damit einhergehende offensichtliche Gesellschaftskritik). All diese Elemente – Streit, Liebe und Unterschiede – nutzen Gluck und sein Team um perfekte Popcorn-Unterhaltung zu schaffen. Dafür wurden viele Slapstick-Elemente eingebaut, die auf der Trotteligkeit der Menschen beruhen. Diese Art von Humor kommt immer wieder gut bei den jungen Zuschauern an. So gibt es viele ‘Actions’-Szenen, in denen viel schief geht. Die Wendungen sind natürlich nicht überraschend und auch die meiste Kniffe und Erzählelemente hat man bereits gesehen, aber zusammen gepackt funktioniert es nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene als Unterhaltungsfilm gut.

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Das liegt auch stark an der visuellen Umsetzung. Der Film übernimmt aus dem Buch die Details, wie die Gestalt und Kleidung der Tiere und verwandelt die liebevollen Zeichnungen von Beatrix Potter in ansprechende 3D-Bilder. Keine Frage, naturnah sind die Darstellungen nicht wirklich. Man sieht ihnen das CGI an, aber das Auge gewöhnt sich schnell dran und so findet man es dann schnell einfach nur noch entzückend. Der Humor transportiert sich auch viel durch die teils anthropomorphen Darstellungen der Charaktere mit stets animalischen Zügen. Die Mischung aus tierischen und menschlichen Zügen und Charaktereigenschaften funktioniert hier ausgesprochen gut. Die Optik ist dadurch sehr gefällig und ist für Kinder und Erwachsene gleichermaßen ansprechend. Auch das Zusammenspiel mit den Schauspielern funktioniert gut. Domhnall Gleeson (bekannt aus “Ex Machina” (2014), “Star Wars – Episode VIII: Die letzten Jedi” (2017) und “Mother!” (2017)) hatte vermutlich noch nie so eine Slapstick-Rolle, füllt sie aber perfekt aus und kann damit viele Kinder zum Lachen bringen. Rose Byrne (gesehen u.a. in “Brautalarm” (2011), “Bad Neighbors” (2014) und “Insidious: The Last Key ” (2018)) spielt die naive, aber liebenswerte, herzensgute Nachbarin auch wunderbar. So ergeben das Schauspiel zusammen mit den CGI-Bildern, der typischen Musik (komponiert von Dominic Lewis) und die Actionsequenzen (zugeschnitten auf kleine Zuschauer) den perfekten filmischen Rahmen für die Kinderbuchverfilmung, welche sich stark an Hollywood-Vorbildern orientiert.

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Fazit: Auch wenn man den Tieren an sieht, dass sie keinesfalls echt sind, ist die Geschichte des Rabauken-Kaninchen Peter und seinen Freunden, nach dem Kinderbuchklassiker von Beatrix Potter, wunderbare Kinounterhaltung. Dabei trifft es den kindlichen Humor mit vielen Slapstickeinlagen und das Herz vieler Zuschauer durch die niedlichen Tiere. Ergänzt wird das CGI-Team von den beiden großartigen Darstellern Domhnall Gleeson und Rose Byrne. Das macht den Film“Peter Hase” zu einem großen Vergnügen und das nicht nur für Kinder.

Bewertung: 7,5/10

Kinostart: 22. März 2018, DVD-Start: 6. September 2018

Der Trailer:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Ein Gedanke zu “„Peter Hase“ (2018)

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