„Räuber und Gendarm“ (2017)

Kurzfilm / Deutschland / Animationsfilm / 2017

Filmkritik: Der deutsche Animationsfilm „Räuber und Gendarm“ von Florian Maubach erzählt mit einer ungewöhnlichen Ego-Perspektive eine Geschichte vom Erwachsenwerden und wie sich die Interessen in dieser Zeit verlagern. Der Kurzfilm, welcher u.a. auf dem 30. Filmfest Dresden und auf dem 61. DOK Leipzig lief, ist verdientermaßen für den Deutschen Kurzfilmpreis 2019 nominiert.

Daniel trifft sich mit seinen Freunden auf dem alten Spielplatz. Die jugendliche Truppe spielt immer noch das Spiel aus ihren Kindheitstagen, Räuber und Gendarm. Doch zwischen Fangen und Gefangenwerden merkt er, dass er lieber Zeit mit Clara allein verbringen möchte.

Florian Maubach (*1989) hat bei „Räuber und Gendarm“, seinem Abschlussfilm an der Kunsthochschule Kassel, vieles selbst in die Hand genommen, darunter Regie, Schnitt und selbstverständlich auch das Drehbuch. Er baut dabei eigene Jugenderinnerungen ein und zeigt, wie es ist, aus den Kindheitsspielen langsam herauszuwachsen. Der achtminütige Kurzfilm erzählt im Kern eine klassische Coming-of-Age-Geschichte, welche vom ersten Verliebtsein und dem Erwachsenwerden handelt. Dabei schafft es der Film, ein Gefühl von Echtheit zu vermitteln. Dazu tragen auch viel die Sprecher bei. Die Figuren wurden mit Dialogen ausgestattet, die aus der Realität (wenn auch vermutlich nicht aus dem heutigen Jugendsprech) stammen könnten. Hinzu kommt ein absichtlich einfach gehaltener Animationsstil, der mit seiner zurückgenommenen Farbigkeit und vor allem durch seine Egoperspektive auffällt. Diese Sicht bietet sich wunderbar an, die Welt durch Daniels Augen zu sehen und macht greifbar, wie man sich als Teenager fühlen kann. Dazu gehören auch die hörbaren Herztöne und farblichen Veränderungen der Animationen in den passenden Situationen. Im Gesamten ist der Kurzfilm „Räuber und Gendarm“ von Florian Maubauch eine stimmige Coming-of-Age-Geschichte mit einem realistischen Blick, ungekünstelt und spricht so die Zuschauer direkt an.

Fazit: Der Animationsfilm „Räuber und Gendarm“ des Absolventen der Kunsthochschule Kassel, Florian Maubach, ist ein gelungener Kurzfilm, der es schafft, eine realistische Geschichte, welche bestimmt einige an die eigene Jugend erinnert, mit einem besonderen Animationsstil, welcher sich durch eine ungewöhnliche Perspektive und zurückgenommene Farbigkeit auszeichnet, zu erzählen.

Bewertung: 7,5/10

Da „Räuber und Gendarm“ die Festivalrunde erfolgreich absolviert hat, habt ihr das Glück, den Film online sehen zu können:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

2 Gedanken zu “„Räuber und Gendarm“ (2017)

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