“Wildebeest” (2017)

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Kurzfilm / Belgien / Animationsfilm / 2017

Filmkritik:Der belgische Kurzfilm „Wildebeest“, welcher auf dem 61. DOK Leipzig seine deutsche Premiere feierte, ist eine wilde Mischung aus Dokumentarfilm-Aufnahmen und 2D-Animationen und erzählt damit eine ungewöhnliche Geschichte von einer Frau, welche Elefanten über alles liebt.

Linda (gesprochen von Chris Boni) liebt die vierbeinigen Dickhäuter. Deswegen will ihr Mann Troyer (Sam Louwyck) ihr den Lebenstraum, ihnen live zu begegnen, erfüllen. So reisen sie beide nach Afrika. Als sie in der Savanne zurückgelassen werden, wird aus einem gemütlichen Jeep-Safari-Trip auf einmal ein Abenteuer.

Der belgische Kurzfilm „Wildebeest“ (übersetzt bedeutet es „wildes Tier“) des Animations-Filmemacher-Gespanns Nicolas Keppens (*1989), der später auch mit „Easter Eggs“ (2020) aufgefallen ist, und Matthias Philips (*1982) ist ein treffsicherer aber zutiefst ehrlicher Film über die seltsame Natur des Menschen. Obwohl die Filmemacher selbst keine überdurchschnittliche Zuneigung zu Elefanten haben, versetzen sie sich gut in ihre übergewichtige Protagonistin, welche ein unauffälliges Leben führt und nur bei diesem Thema aus sich herauskommen kann. An ihre Seite befindet sich mit Troyer ein typischer Kerl. Dieses ungleiche Gespann stellt sich ohne großes Gemurre dem Abenteuer mit unbekannten Ausgang. So verläuft die Geschichte in unvorhersehbaren Bahnen und überrascht die Zuschauer:innen immer wieder aufs Neue. Die Story verpackt der Animationsfilm in ein ebenfalls ungewöhnliches Gewand. Die beiden 2D-Zeichentrickfiguren agieren vor realen Filmaufnahmen afrikanischer Landschaft. Diese Mischung funktioniert sehr gut und transportiert die Geschichte und den Humor hervorragend. Hinzu kommen die beiden Synchronsprecher, welche ihre Rollen stimmig vertonen. Das macht „Wildebeest“ zu einem empfehlenswerten und außergewöhnlichen Kurzfilm, der auf andere Art und Weise auf den nachfolgenden Langfilm „Curiosity and Control“ (2018) vorbereitete.

Fazit: Der Animationsfilm „Wildebeest“ aus der Hand von Nicolas Keppens und Matthias Philips erzählt eine ungewöhnliche Geschichte von einer starken Elefanten-Zuneigung. Mit Realfilm-Hintergründen und 2D-Animationen schufen sie einen außergewöhnlichen und stimmigen Look für ihre sympathische Geschichte. Diese ist dabei humorvoll und gefühlvoll zugleich und macht den Kurzfilm zu einer absoluten Empfehlung.    

Bewertung: 9/10

Ihr habt nun die Möglichkeit ihn online zu sehen (in englisch):

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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