„Easter Eggs“ (2020)

Kurzfilm / Belgien/Frankreich/Niederlande / Fiktion / 2020

Filmkritik: Der Filmemacher und Animationskünstler Nicolas Keppens, der bereits mit seinem Kurzfilm „Wildebeest“ wunderbar die menschliche Natur eingefangen hat, erzählt in seinem zweiten Animationsfilm „Easter Eggs“, der ein Teil des ‚Berlinale Shorts‘-Programms ist und als ‚Berlin Short Film Candidate for the European Film Awards‘ ausgezeichnet wurde, von dem Gefühl an der Schwelle von Kindheit zum Erwachsensein zu stehen.

Die beiden Freunde Jason und Kevin verbringen viel ihrer Zeit zusammen. Doch während Kevin versucht mit seiner ganzen Wut und dem Erwachsenwerden klar zukommen, träumt Jason nur von einem eigenen Mountainbike. Die entflohenen Papageien aus dem Chinarestaurant könnten das nötige Geld bringen, deshalb machen sich die beiden auf die Suche.

Basierend auf eigenen Jugenderinnerungen erzählt der belgische Regisseur und Autor Nicolas Keppens (*1989) in seinem 15-minütigen Kurzfilm von der Zeit als man immer mehr vom Kind zum Erwachsenen wurde. Mit einem Hauch Melancholie und dem richtigen Zugang zu seinen doch eher sperrigen Charakteren gelingt Keppens der Blick ins Seelenleben junger Menschen, welche ihren Platz im Leben noch nicht gefunden haben und die Tragweite vieler Handlungen noch nicht begreifen können. Im quadratischen Format und mit dem Rückgriff auf die eigene Jugend in den 90er Jahren entstand ein ansprechender Stil, der im Kleinen auf große Vorbilder wie die Figuren Beavis und Butt-Head referenziert, aber auch einen eigenen visuellen Ansatz findet. Die Bilder, welche der Animationskünstler geschaffen hat, unterstützen die Geschichte der beiden Jungs genauso gut, wie sie die melancholische Stimmung transportieren. Hinzu kommt die gelungene Wahl der Sprecher und das richtige Händchen für erzählerisches Timing. Allen in allem ist der Kurzfilm „Easter Eggs“ eines der Highlights des diesjährigen ‚Berlinale Shorts‘-Programm und kann nicht nur diejenigen berühren, welche selbst in den 90er Jahren groß geworden sind.

Fazit: Der belgische Kurzfilm „Easter Eggs“ von Nicolas Keppens erzählt in gelungenen 2D-Animationen vom Erwachsenwerden, dem damit einhergehenden Abschiednehmen und Freundschaft. All das fängt Regisseur Nicolas Keppens in seinem gelungenen Stil ein und lässt die ZuschauerInnen in eine vergangene Zeit gekoppelt mit eigenen Erinnerungen und Erfahrungen abtauchen und transportiert seine Geschichte über ansprechende Bilder und seine melancholische Stimmung. 

 Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Easter Eggs“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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