„KIDS“ (2019)

ohne FSK / 1 Spieler / Etter Studio / 3,09 € / Plattform: Smartphone, Steam

Spielekritik: Für sein neuestes Projekt „KIDS“ entschied sich der Animationskünstler Michael Frei viele Wegen gleichzeitig zu gehen. So entstand nicht nur ein Kurzfilm, der u.a. auf dem 31. Filmfest Dresden lief, sondern auch wieder ein gleichnamiges Point-and-Click-Spiel und zudem noch eine Kunstinstallation im Museum for Digital Art (MuDA) in Zürich. 

Im Spiel steuert man eine Gruppe von gesichtslosen Kindern. Sie bewegen sich oft als Masse, wollen Konsens und steuern auch zielgerichtet auf den Abgrund zu. Kann der Spieler das Schicksal der Masse lenken?

Wie auch bei seinem Kurzfilm „Plug & Play“ arbeitete der Regisseur und Animationskünstler Michael Frei (*1987) mit dem Spieledesigner Mario von Rickenbach zusammen an einer Spieleauskopplung seines Kurzfilms „KIDS“, doch anders als die erste Spiele-Zusammenarbeit, entstand das Spiel zeitgleich mit dem Film. Dabei sind Spiel und Kurzfilm wieder sehr ähnlich. In circa 30 Minuten bewegt sich der Spieler durch die Geschichte und steuert dabei die Masse der kleinen gesichtslosen Figuren. Ein gutes Sounddesign, wenige Textelemente und ein wiedererkennbarer einfacher Stil, bei dem die Zeichnungen in schwarz-weiß gehalten sind und mit wenig Details auskommen, sorgen für die richtigen Ausgangskriterien. Der Spieler bewegt sich dann sehr souverän durch die Welt, denn oft wird schnell klar, was zu tun ist und wie unausweichlich manche Situationen dabei doch sind. Jede neue Szene bietet eine neue Anwendungsmöglichkeit zwischen Klicken und Drag’n’Drop. Dabei kommt es aufgrund der Geschichte immer wieder zu Wiederholungen. Doch auch das funktioniert im Kontext sehr gut. Michael Frei und Mario von Rickenbach haben uns mit „KIDS“ mal wieder ein außergewöhnliches Spiel abseits vom Mainstream geliefert, das es sich lohnt zu entdecken, vor allem wenn man eine Schwäche für kurzweilige Independent-Spiele hat. 

Fazit: Die Spielvariante des Kurzfilms „KIDS“, erhältlich über Steam oder auf dem Smartphone, ist die neueste Zusammenarbeit von Michael Frei und Mario von Rickenbach. In ihrem schwarz-weißen Point-and-Click-Spiel steuert der Spieler in knapp 30 MInuten die Masse und folgt dabei mehr oder weniger der übergeordnete Regie, welche das Spiel in die Nähe des Kurzfilms verlagert, aber trotzdem andere Nuancen bietet. „KIDS“ ist eine Spielempfehlung für Menschen, die einen Hang für experimentelle Animationen und Independent-Spiele haben.    

Bewertung: 4/5

Teaser des Onlinespiels „KIDS“

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Ein Gedanke zu “„KIDS“ (2019)

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