„Augenblicke“ (2018)

Letzte Artikel von Doreen Matthei (Alle anzeigen)

Kurzfilm / Deutschland / Animation / 2018

Filmkritik: Der Animationsfilm „Augenblicke“, u.a. zu sehen auf dem 31. Filmfest Dresden und auf den 29. Bamberger Kurzfilmtagen, erzählt aus drei Perspektiven die Geschichte einer Frau, die Opfer von Gewalt wird. Die Filmemacherin Kiana Naghshineh verarbeitet hier ihre eigenen Erlebnisse und beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Sichtweisen auf solch eine Tat. 

Eine Frau geht abends allein nach Hause. Sie wird zum Objekt der Begierde eines Fremden. Es kommt zu einem Kampf, doch wie nehmen es die beiden und die umstehenden Beobachter wahr?

Die Regisseurin Kiana Naghshineh (*1990), welche an der Filmakademie Baden-Württemberg studierte, schließt mit „Augenblicke“ ihr Studium ab. In diesem nur vierminütigen Film beschäftigt sie sich mit einem Thema, was tief in ihr verwurzelt ist, seitdem sie mit 17 Jahren Opfer eines tätlichen Angriffs wurde. Doch dabei geht es ihr nicht darum, die Tat selbst aufzuarbeiten, sondern sich mit den unterschiedlichen Perspektiven auf das Geschehene auseinanderzusetzen. Denn sie erfuhr danach nicht nur die Fragen nach dem Geschehen selbst, sondern es wurde stets auch ein Grund bei ihr gesucht. Mit diesem Ausgangspunkt erzählt sie die Geschichte des nächtlichen Überfalls aus der Perspektive von ihm, der einem falsch geleiteten Impuls zu folgen scheint, aus ihrer Sicht und aus der Sicht einer außenstehenden Person am Fenster. Sie spielt dabei nicht nur mit der Sichtweise und dem Schnitt und schafft es so die Blickwinkel pointiert einzufangen. Denn die involvierten Personen besitzen nie eine Außensicht und so kann es auch für die Zuschauer keine klaren Bilder geben. Wogegen die Außenperspektive scheinbar das Geschehen genau wahrnehmen kann. Hinzu kommt eine zurückgenommene Farbgebung und ein gut ausgewählter Song, der die Eindringlichkeit des Geschehens unterstreicht. Der Filmemacherin Kiana Naghshineh ist ein starker Animationsfilm gelungen, der einmal anders von einer Straftat erzählt und das auf eine sehr nahe, persönliche Weise.

Standbild aus dem Kurzfilm „Augenblicke“

, sondern auch mit unklaren Bildern, dem Tempo Fazit: Der Kurzfilm „Augenblicke“ von Kiana Naghshineh ist ein eindringlicher Film über einen Übergriff. Doch statt nur sich mit der Opfersicht zu beschäftigten, werden drei Perspektiven eingefangen. Jede davon besitzt eine eigene Dynamik und werden durch eine stimmige Animation gebunden und macht die Unbegreiflichkeit solcher Taten beinah fühlbar.  

Bewertung: 8/10

Der Trailer zum Kurzfilm „Augenblicke“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.