„The Neighbors‘ Window“ (2019)

Kurzfilm / USA / Fiktion / 2019

Filmkritik: Der amerikanische Kurzfilm „The Neighbors’ Window“ von Marshall Curry war einer der fünf Nominierten für den ‚Besten Kurzfilm‘ auf der 92. Oscarverleihung 2020. Mit seiner Geschichte, die ganz harmlos beginnt und emotional endet, konnte er sich gegen seine Konkurrenz wie die starken Filme „Nefta Football Club“ (2019) und „Une sœur“ (2019) behaupten und gewann die begehrte Trophäe.

Das Ehepaar Alli (Maria Dizzia) und Jacob (Greg Keller), was oft durch Alltag und Kindererziehung gestresst ist, entdeckt eines Abends, dass man die Nachbarn im Haus gegenüber gut beobachten kann und genießt dieses private Kino. Doch auch nach diesem Abend bleibt die Neugierde bestehen und so erscheint irgendwann das Gras auf der anderen Seite grüner und dadurch wächst die Sehnsucht nach einem anderen, vielleicht besseren Leben. 

Basierend auf wahren Begebenheiten, ursprünglich von Diane Weipert in dem Podcast „Love and Radio“ in der Episode „The Living Room“ berichtet, erzählt der Filmemacher Marshall Curry, der auch das Drehbuch geschrieben hat, in 20 Minuten die Geschichte zweier Leben, die scheinbar nicht zusammenkommen. Er baut dabei Themen wie Alltagstrott, Sehnsucht und den Wunsch, dass etwas anders laufen könnte, mit ein. Das Beobachten der Nachbarn wird auch zum Sinnbild für die Probleme, welche Alltag und Ehe mit sich bringen. Erst ganz am Ende dieser fast schon gewöhnlichen Alltagsbeobachtung, bekommt der Film einen starken emotionalen Twist, den man so nicht erwartet, welcher zudem auch die eigentliche Botschaft des Films parat hält. Doch bis zu diesem Punkt bleibt es vor allem eine pointierte Schilderung des Alltags. Dass dies so gut funktioniert, verdankt der Film, der sich ganz auf eine realitätsnahe Optik verlässt, seinen DarstellerInnen. Allen voran überzeugt Maria Dizzia, die man u.a. aus der ersten Staffel von „Orange is the New Black“ (2014) kennt. Sie schafft es, die wechselnden Gefühle und das Sehnsuchtsgefühl wunderbar einzufangen und überzeugt mit ihrer Performance. Ihrer Darstellung, die wahren Ereignisse auf den der Film basiert und dem unerwarteten Twist verdankt Curry den Erfolg seines Films, der ihm u.a. den Oscar für den ‚Besten Kurzfilm‘ einbrachte. 

Fazit: Der 20-minütige Kurzfilm „The Neighbors’ Window“ basiert auf einer wahren Geschichte und schildert durch eine Anekdote die Sehnsucht nach einem anderen Leben. Der Regisseur und Autor Marshall Curry schafft es dabei mit viel Realismus diese Geschehnisse einzufangen und am Ende mit einem emotionalen Kniff die Zuschauer zu packen, so dass der Film gut unterhalten kann und ans Herz geht. Kein Wunder also, dass er der Sieger im Rennen, um die Oscartrophäe wurde.  

Bewertung: 7/10

Der Kurzfilm „The Neighbors‘ Window“ kostenlos und online zu sehen:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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