„Girl and Body“ (2019)

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Kurzfilm / Australien / Fiktion / 2019

Filmkritik: Die australische Filmemacherin Charlotte Mars beschäftigt sich in ihrem Kurzfilm „Girl and Body“ mit Frauen und ihrem eigenen Körperbewusstsein und findet dafür eine eigene Bildsprache. Der Film, der Teil des ‚Berlinale Shorts‘-Programms war, erzeugt einen starken Eindruck, der die Gefühle seiner Protagonistin wunderbar vermitteln kann.

Als Yuri (Nancy Denis) im Krankenhaus liegt, kann sie immer noch nicht so recht glauben, dass der Sturz vielleicht ihre Tanzkarriere zerstört hat. Zwischen Untersuchungen und Rehabilitation lernt sie ihre Zimmernachbarin Olanda (Adele Perovic) kennen, die selbst ganz anders als Yuri mit körperlichen Problemen zu kämpfen hat. 

Nancy Denis

Die Filmemacherin Charlotte Mars (*1988) beschäftigt sich in ihren Filmen – Spielfilmen und Dokumentationen – vor allem mit queeren Identitäten und Frauenbiographien. In ihrem zweiten Kurzfilm „Girl and Body“ geht es um die eigene Identität und wie sehr diese mit der eigenen Körperlichkeit zusammenhängt. Dafür erzählt sie die Geschichte einer Tänzerin, die gefühlt ihr einziges Gut verloren hat, und von einer ungewöhnlichen Freundschaft, welche den Blick auf den eigenen Körper verändern kann. Diese beiden Frauenfiguren sind sehr unterschiedlich und haben selbst mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen, trotzdem bedingen sie einander. Dieses zarte Konstrukt, was ganz vorsichtig entsteht, ist die große Stärke des Films. Hinzu kommt eine gelungene Bildsprache, welche nah an der Realität und den Protagonistinnen bleibt, welche wunderbar von Nancy Denis und Adele Perovic dargestellt werden, und ihnen Raum zur Entfaltung gibt. Der Film ist wie ein ruhiges Nachdenken über Identität, Körperbewusstsein und wie Geist und Körper verbunden sind, um gesund zu sein. „Girl and Body“ ist somit ein gelungener Kurzfilm, der unter den Teilnehmern der ‚Berlinale Shorts‘ hervorstach und in Erinnerung bleibt.

Fazit: Charlotte Mars erzählt in ihrem Kurzfilm „Girl and Body“ vom Körperbewusstsein junger Frauen und wie sehr es die eigene Persönlichkeit formt. Dafür wählt sie eine ruhige Inszenierung, einen authentischen Look und überzeugende Darstellerinnen, so dass man sich gut in die Gefühlswelt ihrer Protagonistinnen hineinversetzen kann und sie auch gerne länger auf ihren Weg begleitet hätte.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Girl and Body“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle:

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