„Animal Crossing : New Horizons“ (2020)

ab 0 Jahre / Einzelspieler und Mehrspieler Spieler / – / Nintendo / 45,99 €

Spielekritik: Im letzten Jahr Frühjahr, als die Pandemie noch neu war und viele Menschen dazu angehalten wurden, zuhause zu bleiben, erschien am 20. März 2020 für die Nintendo Switch das Spiel „Animal Crossing: New Horizons“ und mauserte sich schnell zum perfekten Lockdown-Spiel.

Gleich am Anfang des Spiels entscheidet sich die SpielerIn auf eine einsame Insel zu ziehen. Mit dem ‚Reif-für-die-Insel‘-Paket von Tom Nook wird dir ein Rundum-Wohlfühl-Paket versprochen. Vor Ort – auf der wirklich schönen, kleinen Insel – ist es aber nicht besonders einsam. Zusammen mit Dir ziehen weitere Tiere, Tom selbst und einige Verkäufer ein. Nach und nach wird die Insel immer beliebter sowie bewohnter und man trägt munter als InselspecherIn zum sozialen Leben dazu bei. Vor Ort kann man sich die Zeit auf viele Weisen vertreiben – mit Unterhaltungen, die Natur gestalten, verschiedene Dinge zimmern, shoppen oder das Museum mit Fundstücken bereichern. Bei der Erweiterung des eigenen Hauses häufen sich auch einige Schulden an und so kann man versuchen diese zu tilgen, indem man durch den lukrativen Rübenmarkt an Geld kommt. 

Die achte Auflage des Spiels „Animal Crossing“, dessen Reihe 2001 für den Nintendo 64 in Japan startete, ist das am meisten verkaufte Spiel dieser Reihe und läuft nur auf der Nintendo Switch. Das Spiel entführt die SpielerInnen auf eine Insel. Das Design für diese kann aus mehrere Plänen ausgewählt werden. Zusammen mit ein paar anderen Tieren (alle anderen Figuren, welche nicht SpielerInnen sind, sind Tiere wie Schwein, Hund, Affe, Ente und Krokodil). Die Marderhunde, der Chef Tom Nook und die Händler Nepp und Schlepp, später auch die Museums-Eule Eugen, die Schneiderin Tina sowie ein Igel, runden die bunte Truppe ab. Nach und nach ziehen mehr KI-BewohnerInnen auf die Insel und es gibt auch immer wieder Besuche von außerhalb. Zudem können auch andere SpielerInnen mit der gleichen Konsole einziehen und auch ein gemeinsames Spielen mit bis zu sieben weiteren Personen ist möglich. So herrscht hier immer Trubel und man kann sich viel unterhalten, wenn man nicht einer der unzähligen anderen Möglichkeiten nachgeht. 

Das ist das Tolle an diesem Spiel. Man kann sich entscheiden, einfach nicht viel zu machen – sich auf eine Bank setzen oder bei einem Spaziergang seine neue Kleidung oder Frisur präsentieren. Aber man kann auch daran arbeiten seine Schulden abzubezahlen, mit Rüben zu spekulieren, fremde Inseln nach Rohstoffen abzuklappern oder auch das Museum mit neuen Funden bestücken. Jeden Tag, die immer in Echtzeit laufen und so auch die reale Nacht dort Nacht ist, kann man viel entdecken. Dabei lohnt es sich nicht, zu lange an einem Tag zu spielen, sondern eher regelmäßig auf der Insel vorbei zu schauen. Am Anfang ist der Sog noch so groß, dass man täglich vorbeischaut, da man so Stück für Stück alles kennenlernt. Doch nach ein paar Wochen oder Monaten verfliegt das und trotzdem legt man das Spiel nicht ganz weg, da es ja nie so richtig durchgespielt ist (auch wenn man mit dem Erreichen einer letzten Inselsprecher-Aufgabe an ein Ende samt Credits kommt). Die Insel jeden Monat neu zu besuchen lohnt sich, da neue Elemente wie saisonale Flora und Fauna eingefügt werden. Auch locken einmalige oder seltene Events wie Geburtstage, das Häschenfest, der Karneval und Angelturniere die SpielerInnen zurück auf die Insel. All das ist übrigens in einer Grafik umgesetzt, die sehr kindlich anmutet und an die klassischen Nintendo-Figuren erinnert. Doch schnell schließt man den Look als Gute-Laune-Element ins Herz, denn die Insel ist trotz unterschiedlichstem Wetter immer wunderbar anzusehen. So besitzt das Spiel im Gesamten vor allem am Anfang ein enormes Suchtpotential, ist kein Spiel im klassischen Sinn, was man irgendwann durchgespielt hat, sondern lädt immer wieder zu Besuchen ein. Es ist vor allem ein super Spiel in Zeiten des realen Leben, wo man viel Zeit zuhause verbringt und hier und da mal eine Auszeit vom Alltag braucht.

Fazit: „Animal Crossing: New Horizons“ entführt die SpielerInnen auf eine Insel, auf der den SpielerInnen alle Möglichkeiten offen stehen: Man kann die Zeit vertrödeln, die Insel weiter ausbauen, Dinge anhäufen oder Geld verdienen. Mit einem starken Suchtfaktor stellt man sich den alltäglichen Möglichkeiten und kehrt oft auf die Insel und zu ihren BewohnerInnen zurück. Mit seiner knuddeligen Grafik und vielen kreativen Ideen lädt das Spiel zum Verweilen ein und bereitet viele Stunden Spielspaß. 

Bewertung: 4/5

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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