„Foreigner“ (2020)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Spanien / Fiktion / 2020

Filmkritik: Der spanische Kurzfilm „Foreigner“ (OT: „Forastera“) von Lucía Aleñar Iglesias, gesehen auf dem 33. Filmfest Dresden 2021, erzählt eine melancholische Coming-of-Age-Geschichte und blickt gleichzeitig auf Themen wie Altern, Liebe und familiärer Zusammenhalt.

Die junge Antonia (Zoe Stein) verbringt mit ihrer Familie den Sommer bei ihrem Großvater (Miquel Gelabert) auf Mallorca. Doch statt die Sommerhitze zu nutzen und sich mit anderen Jugendlichen zu vergnügen, schlüpft sie in die Kleider ihrer verstorbenen Großmutter und spürt ihr nach.

Zoe Stein

Die spanische Filmemacherin Lucía Aleñar Iglesias (*1993) erzählt in ihrem Kurzfilm eine klassische Coming-of-Age-Geschichte. Hier mischt sich der typische jugendliche Übermut mit der Melancholie eines zurückgezogenen Mädchens, die schwer Anschluss zu Menschen in ihrem Alter findet und so lieber in den Erinnerungen ihres Großvaters versinkt. Dadurch bekommt die eigentliche Sommergeschichte eine melancholische Note. Auf diese Weise beschäftigt sich der Film auch mit dem Altern, der damit möglicherweise einhergehenden Einsamkeit und dem Verlust von geliebten Menschen. Mit dem unschuldigen Blick der jungen Protagonistin, die nicht wirklich weiß, was sie tut, wird einem die berührende Geschichte des Großvaters nähergebracht. Gleichzeitig werden die Sorgen der Jugend und die damit einhergehende Suche nach dem richtigen Platz im Leben wunderbar eingebunden. All das erzählt die Regisseurin Lucía Aleñar Iglesias in wunderschönen Bildern – gedreht auf der Insel Mallorca – und schafft es so, das Gefühl eines unbeschwerten Sommers beim Publikum zu evozieren. Durch und durch ist der Kurzfilm „Foreigner“ eine Empfehlung wert und er schafft es sowohl junge als auch erwachsene Zuschauer:innen gleichermaßen anzusprechen.

Fazit: „Foreigner“ ist eine klassische Coming-of-Age-Geschichte, welche sich gleichzeitig sowohl der Suche nach dem Sinn des Lebens junger Menschen widmet als auch der Einsamkeit im Alter. Durch und durch ist der Regisseurin Lucía Aleñar Iglesias ein einfühlsamer Film gelungen, der das Publikum sofort in seinen Bann zieht und einem die Schwüle eines vergangenen Sommers spüren lässt.

Bewertung: 7,5/10

Den Kurzfilm „Foreigner“ hier anschauen:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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