„Conjuring 3: Im Bann des Teufels“ (2021)

Filmkritik: Als James Wan im Jahr 2013 das klassische Haunted-House-Genre auf innovative Weise mit „Conjuring“ neu belebte, wurde man als ZuschauerIn mit feinstem Grusel unterhalten. Mittlerweile kommt die Reihe mit allen Franchises auf acht Filme an deren vorläufigem Ende „Conjuring 3: Im Bann des Teufels“ („The Conjuring: The Devil Made Me Do It“, USA, 2021) steht. Leider hat dieser mittlerweile die Strahlkraft der ersten Filme und auch seine Spannung weitestgehend verloren.

1981 sind die beiden Dämonologen Ed (Patrick Wilson) und Lorraine Warren (Vera Farmiga) bei dem durch Pater Gordon (Steve Coulter) durchgeführten Exorzismus des achtjährigen David Glatzel (Julian Hilliard) anwesend. Dabei geht gehörig was schief, so wird nicht nur Ed verletzt, sondern der Freund der Familie Arne (Ruairi O’Connor) bietet sich auch als Gefäß für den Dämon an. Danach passieren schreckliche Dinge, in die Arne offensichtlich verwickelt ist. Die Warrens sowie die Familie Glatzel versuchen nun Arne in doppelter Hinsicht zu befreien.

Basierend auf dem real existierenden Dämonenjägerpaar Ed und Lorraine Warren erspinnen sich die Conjuring-Geschichten nun seit acht Jahren. Während man in der Realität davon ausgehen kann, dass es sich um Scharlatane und Betrüger handelte, lässt man sich im Film gern darauf ein, dass Lorraine eine übersinnliche Gabe besitzt und die beiden so zu den besten Dämonenjäger der damaligen Zeit avancieren konnten. Doch nach nun mittlerweile sieben Filmen scheint das Thema ausgereizt und auch die Strahlkraft der beiden verliert sich allmählich. Im dritten Teil der Conjuring-Reihe greift der Regisseur Michael Chaves, nach dem Drehbuch von David Leslie Johnson-McGoldrick, wieder auf eine Erzählung der Original-Warrens zurück. Ein junger Mann bietet sich selbst als Gefäß für den Dämonen an und wird dann von einer fremden Macht gesteuert. Das kommt einem nicht nur schrecklich vertraut vor, sondern ist hier, da zu offensichtlich inszeniert, zu spannungsarm. Die Taten und die daraus resultierenden Handlungen sind vorhersehbar. Zudem wird hier eine emotionale Nähe vorausgesetzt, welche aber in der Kürze der Zeit nicht evoziert werden konnte. So kann der dritte Teil wenig glänzen. Ihm fehlt es an Spannung, genauso wie an Gruselelementen und leider auch an interessanten Figuren. Gerade das Paar Warren hat nicht mehr die gleiche Strahlkraft wie in den bisherigen Teilen, so dass auch sie nicht mehr über Schwächen des Skripts hinweg führen können.

Vera Farmiga und Patrick Wilson

Das liegt zum Teil auch an der Inszenierung, Erzählweise und Ausstattung. Klassisch inszeniert und erzählt, aber mit einem gewissen Wissenvorsprung für die ZuschauerInnen schafft es der Film einfach nicht, Spannung aufzubauen. Zu bekannt erscheint der Verlauf. Da die Warrens in dem Film sichtlich gealtert sind, hat sich auch die Kleidung dementsprechend angepasst. Auch wenn das Zeitkolorit damit stimmig ist, lenken doch die scheußlichen Blusen manchmal von den wesentlichen Dingen ab. Doch neben dieser Kleinigkeit sind das Setdesign und die Ausstattung wieder einmal stimmig, helfen aber trotzdem nicht beim Spannungsaufbau. Auch die souveräne Besetzung kann da wenig helfen, obwohl man Patrick Wilson („Watchmen“ (2009), „Aquaman“ (2018)) und Vera Farmiga („Departed – Unter Feinden“ (2006), „Up in the Air“ (2009)) bereits ins Herz geschlossen hatte, ist der persönliche Aspekt zu sehr ins Dramatische gesteigert, so dass auch hier ein Anknüpfungspunkt fehlt. Durch und durch ist „Conjuring 3: Im Bann des Teufels“ nicht gelungen, erzeugt wenig Spannung und Anteilnahme, so dass man hofft, dass vielleicht doch hier ein Abschlusspunkt für die Erzählung gefunden wurde. 

Julian Hilliard

Fazit: „Conjuring 3: Im Bann des Teufels“ ist der mittlerweile achte Film aus dem Geisterhorror-Universum, was vor acht Jahren ins Leben gerufen wurde. Langsam scheinen sich aber die Geschichte rund um bösartige Dämonen und Geister erschöpft zu haben und auch wenn es solide inszeniert wird, kann die Reihe kaum noch Spannung aufbauen und erreicht einen nicht einmal mehr mit seinen bisher sympathischen Figuren, welche in den vorhergehenden Teilen noch dafür sorgte, dass man dabei bleibt.

Bewertung: 5/10

Kinostart: 1. Juli 2021 / DVD-Start: 7. Oktober 2021

Trailer zum Film „Conjuring 3: Im Bann des Teufels“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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