„Die Hüter des Unrats. Eine kurze Geschichte des Abfalls“ (2022)

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Kurzfilm / Deutschland / Experimental / 2022

Filmkritik: Die Regisseurin und Animationskünslerin Susann Maria Hempel erzählt in ihrem Kurzfilm „Die Hüter des Unrats. Eine kurze Geschichte des Abfalls“, der auf dem 38. Kurzfilmfestival Hamburg 2022 lief, mit vielen Symbolen und einer gelungenen Bildsprache von einem hausgemachten Problem der Menschheit: dem Müll.

Müll gehört zur Menschheit dazu. Manchmal verschwindet er sang- und klanglos in Mülldeponien. Manchmal kann er Geschichten erzählen. Was passiert wenn das Konzept der Kreislaufwirtschaft diese Möglichkeit des Erinnerns zerstört?

Die deutsche Filmemacherin Susann Maria Hempel (*1983), die auf dem 26. Filmfest Dresden 2014 mit ihrem Film „Sieben Mal am Tag beklagen wir unser Los und nachts stehen wir auf, um nicht zu träumen“ (2014) den begehrten Filmförderpreis der Kunstministerin gewann und im nächsten Jahr den Festivaltrailer realisierte, bleibt ihrer Art des experimentellen Erzählens treu. In Essayform beschäftigt sich ihr neuester Film mit seinem Off-Kommentar über Müll und dessen Nutzen als Form der Erinnerung. Gleichzeitig ist es ein starkes Plädoyer dafür, mit unseren Gütern anders umzugehen. Auf visueller Ebene benutzt sie eben jene Gegenstände, welche im Abfall gelandet sind, erzählt so ihre Geschichte in Art einer Collage in einem Puppenhaus mit Stop-Motion-Aufnahmen. Auch in diesem Film steht die Regisseurin Hempel der Kunst näher als dem narrativen Kino, schuf aber einen eindringlichen, philosophischen Film über ein wichtiges Thema und kann so ihre Zuschauer:innen erreichen.

Fazit: „Die Hüter des Unrats. Eine kurze Geschichte des Abfalls“ ist der neuste Film der Regisseurin Susann Maria Hempel, die in ihrem gewohnten Stil mit essaysistischen Off-Kommentar und bewegten Gegenstands-Collagen ihre Gedanken in einen Kurzfilm verpackt und damit die Zuschauer:innen zum Nachdenken anregen kann. 

Bewertung: 7/10

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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