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Kurzfilm / Italien, Dänemark, USA / Dokumentation / 2023
Filmkritik: Der Kurzfilm „Au Revoir, Pugs“ von Brett Allen Smith erzählt ganz dokumentarisch von der eigenen Kindheit, aber benutzt dafür eine Vielzahl an visuellen Mitteln. Mit dieser Mischform passte der Film wunderbar auf das 66. DOK Leipzig 2023, wo er seine Weltpremiere feierte.
Mit einem eigenen Kind und einem eigenen Hund kommen beim Filmemacher Brett Allen Smith Erinnerungen an seine Kindheit hoch. Was ist damals mit den beiden Familien-Möpsen passiert? Wie lassen sich seine Erinnerungsbruchstücke einordnen? Wie weit sind seine Erinnerungen getrübt? So geht er mit Telefongesprächen mit seiner Familie auf die Suche nach der Wahrheit.
Der neun-minütige Kurzfilm entstand während eines Workshops von Andrea Gatopoulos, bei dem Brett Allen Smith zum ersten Mal mit den Techniken des Animationsfilm u.a. mit Hilfe eines Computerspiels arbeiten durfte. Er schuf mit diesen Möglichkeiten einen Kurzfilm, der sich in kein klares Genre packen lässt. Die Geschichte selbst changiert zwischen Essayfilm und persönlicher Vergangenheitsbewältigung.
Er wirft Fragen nach der eigenen Kraft der Erinnerung auf und wie subjektiv und wie beeinflussbar doch die Dinge sind, an die wir uns zu erinnern glauben. Gleichzeitig kommt ein kleines Maß an Spannung auf, wenn man sich als Zuschauer:in fragt, was mit den Hunden wirklich passiert ist. Hinzu kommt eine Bildsprache, in der sich verschiedene Animationsstile und auch Liveaufnahmen vermischen. So entstanden zu seinem selbst eingesprochenen Off-Kommentar und den mitgeschnittenen Telefonaten Bilder, welche die erzählerische Ebene perfekt ergänzen, aber nicht zu viel Raum einnehmen (vor allem durch einen gewissen repetitiven Charakter), damit die Worte länger nachhallen. Im Gesamten schuf Smith einen Essayfilm, der lange im Gedächtnis bleibt und auch beim Publikum einen Rückblick auf Ereignisse der eigenen Kindheit evoziert.
Fazit: „Au Revoir, Pugs“ ist ein Animations-Dokumentar-Kurzfilm des Regisseurs Brett Allen Smith. Darin arbeitet er in Essay-Form Aspekte seiner Kindheit und der Fragilität von Erinnerungen auf. Dazu entwirft er Bilder, welche die Worte perfekt unterstützen und eine eigene, assoziative Kraft besitzen.
Bewertung: 7,5/10
Trailer zum Kurzfilm „Au Revoir, Pugs“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 66. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm 2023 – Katalog (Programm ‚Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm‘)
- Doreen Kaltenecker, ‚Sieben Fragen an Brett Allen Smith‘, testkammer.com, 2023
- Website des Regisseurs Brett Allen Smith