„Sensibelchen“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2024

Filmkritik: Der deutsche Kurzfilm „Sensibelchen“ von Berthold Wahjudi, der zu den Lieblingsfilmen des 24. Landshuter Kurzfilmfestivals 2024 zählte, ist eine Geschichte über zwei Brüder, das Erwachsenwerden und falsche Männlichkeitsideale.

Der 11-jährige Benni (Zacharias Cervavca) liebt seinen großen Bruder Pascal (Jakob Brendel). Doch diesem ist der kleine Bruder mittlerweile zu kindisch und so distanziert er sich von ihm. In einer Silvesternacht sieht Benni auf einmal die Chance zu zeigen, dass er ebenbürtig mit seinem großen Bruder ist.

Der Regisseur und Drehbuchautor Berthold Wahjudi beschäftigt sich in seinem dritten Kurzfilm, der an der HFF München entstand, mit dem Heranwachsen von Jungen, familiären Bindungen und wie Jungen schon in der Kindheit und Jugend von einem typischen Männlichkeitsbild geprägt werden. In den 21 Filmminuten erzählt er die Geschichte von Benni und Pascal, die in unterschiedlichen Phasen ihrer Entwicklung sind. Dabei geht es um geschwisterliche Liebe und Zuneigung. Aber auch um Ablehnung, weil man denkt, dass das zum neuen, coolen Selbst dazu gehören muss. Wahjudi folgt dieser Spirale nach unten und zeigt, welche, auch negative, Konsequenzen toxische Männlichkeitsbilder und die Reaktionen darauf haben können. Das Ganze hat er sehr authentisch inszeniert und dabei eine kühle Farbpalette gewählt. Hinzu kommt das gelungene Spiel der beiden Hauptdarsteller Zacharias Cervavca und Jakob Brendel, die hier lebensecht die Gefühlswelt dieser jungen Menschen erfassen und dem Publikum näherbringen. 

Fazit: „Sensibelchen“ von Berthold Wahjudi ist ein Kurzfilm-Drama, das sich als Coming-of-Age-Geschichte mit der Verbindung von Geschwistern und dem sich verändernden Männlichkeitsbild in der Pubertät beschäftigt. Sehr nah an der Realität und mit einem einfühlsamen Blick inszeniert, stimmt der Film das Publikum nachdenklich und hinterfragt gängige Rollenmuster.

Bewertung: 7/10

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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