“Meinungsaustausch” (2016)

Kurzfilm / Deutschland / Experimental Dokumentation / 2016

Filmkritik: Die beiden Regisseurinnen Sophie Linnenbaum und Sophia Bösch schufen den Experimental-Dokumentations-Kurzfilm “Meinungsaustausch” (AT: „Research Refugees“), der erschreckend und absurd amüsant zur gleichen Zeit ist.

Für den Kurzfilm, der in der Eröffnungsveranstaltung des Landshuter Kurzfilmfestivals und auch auf der Berlinale 2017 lief, interviewten die beide Filmemacherinnen im November 2015 deutsche Bürger, die von ihren Ängsten und Gefühlen bezüglich der Flüchtlingswelle berichten sollten. Danach filmten sie Flüchtlinge, welche mittels Playback die Worte der Deutschen in den Mund gelegt bekommen haben.

Herausgekommen ist ein Abbild von Deutschland, das erschreckend ist. Da die vermeintliche Freundlichkeit nicht weit reicht. Die Interviewten geben viele Unsinnigkeiten von sich, die geprägt sind von ihren Ängsten. Kann man diese schon so kaum ertragen, bekommen sie durch die Übertragung einen lächerlichen Charakter, der die Absurdität des Ganzen betont. Zudem zeigt der Film auch, dass der im Titel angekündigte Meinungsaustausch nicht stattfindet. So werden Fremde mit Ängsten und Klischees konfrontiert, ohne dass sie selbst eine Stimme hätten. Das macht den Kurzfilm “Meinungsaustausch” zu einem klugen, prägnanten und didaktisch wertvollen und trotzdem schreiend komischen Film.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Meinungsaustausch“ („Research Refugees“):

Geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: 18. Landshuter Kurzfilmfestival 2017 – Katalog

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