Acht Fragen an Calvin Lee Reeder

Interview: Im Gespräch mit dem Regisseur Calvin Lee Reeder erzählt er uns mehr zu seinen beiden Kurzfilmen „The Procedure“ (18. Landshuter Kurzfilmfestival) und „The Procedure 2“ (20. Landshuter Kurzfilmfestival), wie die Idee entstand und ob er eine Trilogie aus diesem Stoff machen möchte.

The original english language interview is also available.

Ich habe deinen Kurzfilm „The Procedure“ bereits 2017 das erste Mal gesehen. Er ist überraschend und sehr witzig, vor allem wenn man die Pointe kennt und die neuen Zuschauer dabei beobachtet. Wie kam es zu der Ursprungsidee?

Es war die Art von Idee, die sehr plötzlich kam und wie ein Blitz einschlug. Es gab keinen Prozess, es ist einfach passiert. Ich habe die Idee damals meiner Freundin vorgestellt, sie war wirklich entsetzt. Das hat mir das Vertrauen in das Projekt gegeben.

Was war Dir dabei wichtig in der Umsetzung? Man sollte davon überzeugt sein, dass hier Schlimmes passiert, richtig?

Alles war wichtig. Kein Detail durfte übersehen werden, sonst würde der Film nicht funktionieren. Ich nahm an, das Publikum würde wissen, dass etwas Schlimmes passieren würde. Der Aufbau ist ein wenig wie „X-Files“, in dem ein Mann gefangen genommen wird und auf einem Tisch in einer seltsamen und sterilen Umgebung geweckt wird. Ich wollte nur wirklich ein Klischee aufbauen und das Publikum mit etwas völlig Unvorhersehbarem überraschen. 

Wie war es für Deinen Hauptdarsteller Christian Palmer diese Rolle zu spielen?

Ich bin ziemlich sicher, dass es der schlimmste Tag seines Lebens war, aber er war auch der Produzent, also musste er es tun. Er ist mein Held.

War es schwierig den richtigen Hintern zu finden?

Nicht wirklich, der Hintern hat uns gefunden.

Jetzt zeigte das 20. Landshuter Kurzfilmfestival den Nachfolger „The Procedure 2“. Warum eine Fortsetzung?

Christian Palmer

Ich liebe Kurzfilme. Es ist irgendwie der einzige Stil des Filmemachens, bei dem ich mich völlig frei fühle und keine Aufzeichnungen machen oder mich erklären muss. Ich war gierig darauf, einen neuen Kurzfilm zu machen, ich hatte einige andere Ideen, aber ich dachte, dass mir „The Procedure 2“ am meisten Spaß machen würde.

Was stand dabei für euch im Vordergrund?

Wie beim ersten war alles wichtig. Es ist eine Geschichte, die mit Details erzählt wird. Die Herausforderung bestand diesmal darin, die von uns in „The Procedure“ geschaffene Umgebung zu nutzen und das Publikum immer noch zu überraschen, obwohl es wahrscheinlich weiß, was passieren wird.

Wird es noch einen dritten Teil geben?

Wenn es jemanden gibt, der den Film finanzieren will – gerne! Wir würden es lieben einen dritten Teil zu machen.

Am Schluss würde ich gern noch ein bisschen über Dich erfahren. Du hast bereits zwei Langfilme und mehrere Kurzfilme realisiert. Welches Projekt steht als Nächstes an?

Nun, im Moment adaptiere ich einen Harper’s Artikel für ein Spielfilmdrehbuch. Er heißt „The Mississippi Drift“ und es geht um ein Team von Außenseitern, die ein Floß aus Müll bauen und versuchen, den Mississippi River zu befahren. Ich würde mich freuen, wenn ich die Chance hätte, es umzusetzen, sobald es die Entwicklungsphase durchlaufen hat, wir werden sehen. Und natürlich gibt es noch einige andere Traumprojekte, die ich gerne realisieren würde. Ich plane, weiterhin neue Kurzfilme zu drehen und hoffe, dass ich das während meiner gesamten Karriere tun werde.

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „The Procedure 2


Interview: In our interview with director  Calvin Lee Reeder he tells us more about both of his shortfilms „The Procedure“ (18. Landshuter Kurzfilmfestival) und „The Procedure 2“ (20. Landshuter Kurzfilmfestival), the origins of the idea and whether he wants to turn this subject into a trilogy.

I saw your short film „The Procedure“ for the first time in 2017. It’s surprising and very funny, especially if you know the punch line and observe new viewers. How did the original idea come about?

It was the kind of idea that came in a flash. There was no process, it just happened. I  pitched the idea to my girlfriend at the time, she was truly horrified. That gave me confidence in the project.

What was important to you in the realization? You should be convinced that something terrible is going to happen here, right?

Everything was important. No detail could be overlooked otherwise the film would not work. I assumed the audience would know something bad was going to happen. The set up is a bit like „X-Files“ in that a man is captured and wakes strapped to a table in a strange and sterile environment. I just really wanted to set up a cliche and surprise the audience with something totally unpredictable. 

What was it like for your main actor Christian Palmer to play this role?

Pretty sure it was the worst day of his life but he was also the producer so he had to do it. He is my hero.

Was it difficult to find the right butt?

Not really, the butt found us.

Now the 20th Landshut Short Film Festival showed the sequel „The Procedure 2„. Why a sequel?

I love short films. It’s kind of the only style of filmmaking where I feel totally free and don’t have to take notes or explain myself. I was hungry to make a new short, I had some other ideas but „The Procedure 2“ seemed most fun.

What was most important for you when it came to realizing a sequel?

Like the first one, everything was important. It is a story told in details. The challenge this time was to use the environment we established in „The Procedure“ and still surprise the audience even though they probably know what’s gonna happen.

Will there be a third part?

If there is a willing financer then yes! We would love to make a third installment.

At the end I would like to know a bit more about you. You’ve already made two feature-length films and several short films. Which project is next?

Well, currently I am adapting a Harper’s article to feature film script. It’s called The Mississippi Drift and it’s about a team of misfits who build a raft out of trash and attempt to sail the Mississippi River.  I would love the chance to make it once it gets through the development stage, we’ll see. And of course, there are several other dream projects I’d love to make. I do plan to continue making new short films and hope to do that throughout my career.

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm „The Procedure 2„.

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