„Dark Chamber“ (2018)

Kurzfilm / Schweden / Experimentalfilm / 2018

Filmkritik: In dem in diesem Jahr neuen Internationalen Wettbewerb des 20. Landshuter Kurzfilmfestivals 2019 lief der schwedische Kurzfilm „Dark Chamber“ von Ottó Bánovits, der auf innovative Weise eine wahre Begebenheit wiedergibt.

Es ist im Sommer im Jahr 2015 als sich auf einen Parkplatz ein Unglück ereignet, was beinah von den Urlaubern übersehen wird.

Der schwedische Filmemacher Ottó Bánovits beschäftigt sich in seinem sechs-minütigen Kurzfilm „Dark Chamber“ mit einem zeitaktuellen Ereignis, was 2015 weltweit für Aufsehen sorgte. Auf einem Parkplatz an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn, blieb ein LKW mit einer Unzahl toter Flüchtlinge tagelang unentdeckt. In seinem Film beschäftigt er sich mit diesem Schrecken, der in den Alltag der Menschen vordringt. Wie gehen diese damit um? Wie beeinflusst sowas das alltägliche Leben? Dafür verwendet er in seinem scheinbaren One-Taker als Mittel der Gestaltung und der Irritation das Prinzip einer Camera Obscura. Diese zeigt das Leben außerhalb der Dunkelkammer um 180° gedreht und projiziert so den Traum der Flüchtigen an die LKW-Innenwand, auch noch als sie bereits lange tot sind. Dieses Spiel mit der Wahrnehmung und der damit einhergehenden Rezeption funktioniert wunderbar, vor allem wenn man sich im Vorfeld nicht mit der Geschichte auseinandergesetzt hat, kann es den Zuschauer hart treffen. Mit einer fast experimentellen Bildsprache, die sehr intensiv und eindringlich ist, gibt der Regisseur Bánovits den wahren Ereignissen eine starken Widerhall in seinem Kurzfilm. Er schafft es dabei die Zuschauer zu berühren und gleichzeitig zu zeigen, wie der Mensch mit all den Schrecken lebt und umgeht.

Fazit: Der schwedische Kurzfilm „Dark Chamber”, verortet zwischen Spiel- und Experimentalfilm, ist ein eindringliches Werk über ein wahres Ereignis, das nicht pure Wiedergabe sondern auch Reflexion über die menschliche Natur ist, und mit seinem starken Kontrast zwischen Alltag und Alptraum auch die Zuschauer bewegen kann.

Bewertung: 8,5/10

Trailer des Kurzfilms „Dark Chamber“

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

2 Gedanken zu “„Dark Chamber“ (2018)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.