„Emma und die Wut“ (2018)

Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2018

Filmkritik: In der Eröffnung des 20. Landshuter Kurzfilmfestivals lief der deutsche Kurzfilm „Emma und die Wut“ (ET: „Emma and the Fury“). Mit viel Kraft und Humor erzählt die Regisseurin Elisa Mishto von dem Wohlgefühl, wenn man seine Wut auch mal rauslassen kann.

Nachdem sie ihren Ex-Freund mit einem Toaster beworfen hat, wird Emma (Natalia Belitski) zu einer Ärger-Management-Therapie verurteilt. Dort soll sie lernen, ihre Wut unter Kontrolle zu halten, doch vielleicht ist das gerade eine Stärke ihrer Persönlichkeit, die sie an einem turbulenten Tag wie diesem noch gebrauchen kann.

Die in Italien geborene Filmemacherin Elisha Mishto (*1978) lebt seit 2000 in Berlin und lernte anhand eigener Erfahrungen, dass das Temperament der Deutschen sich sehr von der italienischen Kultur unterscheidet. In der Vorbereitungsphase auf ihren nächsten Langfilm schuf sie nebenbei ein Drehbuch für einen überdrehten Kurzfilm. Darin kombinierte sie ihre eigene, manchmal aufbrausende Art mit den verhaltenen Gefühlen der Deutschen, die Wut als Problem ansehen. Eine Wut-Therapie ist der Ausgangspunkt für eine unerwartete Action-Gangster-Geschichte und ist gespickt von guten Humor. Dass dies so wunderbar funktioniert liegt auch an den hervorragenden Darstellern. Allen voran die Hauptdarstellerin Natalia Belitski, die auch die Hauptrolle in „Stillstehen“ (Mishtos Debüt-Langfilm) spielt, die wunderbar natürlich als aufbrausende Emma ist, und mit ihr geht der Zuschauer gerne auf einen abenteuerlichen Weg. Abgerundet wird das Ganze von der überzeugenden Inszenierung, in der sich authentische Elemente sehr gut mit Übertreibungen vertragen. In diesem Kurzfilm bringt die Filmemacherin überzeugend die gute Schauspielerin mit einer unterhaltsamen und überdrehten Geschichte zusammen. So kann der Film wunderbar unterhalten und zeigt gleichzeitig das inszenatorische Geschick der Regisseurin, auf deren weiteres Œuvre man sich freuen darf.

Fazit: Der Kurzfilm „Emma und die Wut“ von Elisha Mishto nutzt das Medium mit seiner komprimierten Inszenierungsart wunderbar aus und kombiniert Komik mit Thrillerelementen. Hinzu kommt die großartige Hauptdarstellerin Belitski, welche die Zuschauer sofort in die Geschichte zieht. Im Ganzen ist der Film nicht nur 15 Minuten lang wunderbare Unterhaltung, sondern macht den Zuschauer neugierig auf weitere Projekte von Mishto und Belitski.

Bewertung: 8/10

Trailer des Kurzfilms „Emma und die Wut“

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

2 Gedanken zu “„Emma und die Wut“ (2018)

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