„21 Bridges“ (2019)

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Filmkritik: Der Action-Thriller „21 Bridges“ (OT: „21 Bridges“, USA, 2019) ging vermutlich zurecht in den deutschen Kinos unter. Zwar schafft es der Regisseur Brian Kirk, bekannt vor allem für „Games of Thrones“, prominente Namen zu versammeln, schuf aber nur ein klassisches Genrewerk, was kaum länger im Gedächtnis bleiben wird.

In Manhattan werden bei einem Kokaindiebstahl acht Polizisten ermordet. So eine Tat erfordert schnelles Eingreifen und damit die Verbrecher nicht entkommen können, werden alle 21 Brücken und weiteren Zugänge zu der Insel gesperrt. Andre Davis (Chadwick Boseman) heftet sich an die Fersen der beiden Kriminellen Michael (Stephan James) und Ray (Taylor Kitsch). An seine Seite wird ihm die toughe Drogenfahnderin Frankie Burnes (Sienna Miller) gestellt. Der Chef des 85. Reviers (J.K. Simmons), von dem all die getöteten Polizisten stammen, macht Andre, der früher schon einmal einen Polizistenmörder zur Strecke gebracht hat, klar, dass die beiden Kriminellen die Nacht nicht überleben sollen.

Stephan James und Taylor Kitsch
© Concorde Filmverleih GmbH

Der amerikanische Krimi-Actioner „21 Bridges“ wird vermutlich schnell aus dem Gedächtnis der Kinozuschauer verschwunden sein. Wenn man die Namen liest, die an dem Projekt beteiligt sind, werden die Erwartungen erst einmal hochgeschraubt. Brian Kirk, Regisseur von drei „Game of Thrones“-Folgen, konnte nicht nur den „Black Panther“-Darsteller Chadwick Boseman für das Projekt gewinnen, sondern als Produzenten auch Anthony und Joe Russo, die erfolgreichen Regisseure von „Avengers: Infinity War“ (2018), auf seine Seite ziehen. Herausgekommen ist aber nur ein mittelmäßiger Krimi, der mit der einen oder anderen Wendung die Geschichte am Laufen hält, aber nicht wirklich überraschen kann. Denn schnell wird dem Zuschauer klar, dass es so viele Zufälle nicht geben kann. Geschrieben wurde das Drehbuch von Matthew Michael Carnahan und Adam Mervis. Sie vereinen viele typische Elemente des Genres und bleiben ihren Stereotypen treu, trotzdem funktionieren die Figuren in ihrem Kosmos. Denn Langweilige kommt trotz aller Vorhersehbarkeit nicht auf. Das liegt vor allem an der recht dichten Inszenierung von Brian Kirk (*1968), der schon lange im Seriengeschäft tätig ist. Er schafft es, Manhattan mit dem düsteren Gangstercharme einzufangen, und führt seine Verfolgungsjagd durch viele Orte, die man in so einem Film erwartet. Dabei nutzt er die Locations ebenso aus, wie er die passenden Schauspieler gewählt hat. Auch wenn diese es nicht schaffen, gegen die Stereotypen anzukämpfen, erhalten sie durch kleine Geschichten am Rande viel Menschlichkeit. Das gelingt vor allem Stephen James (gesehen in „Beale Street“ (2019)), der es schafft die Zuschauer auf die Seite der Gangster zu ziehen. Abgerundet von Darstellern wie J.K. Simmons („Whiplash“ (2014)), Sienna Miller und Taylor Kitsch („No Way Out – Gegen die Flammen“ (2017), „American Assassin“ (2017)) ist das Ensemble solide aufgestellt und sorgt damit für den Wiedererkennungswert, den die Geschichte trotz solider Unterhaltung und Spannung nicht bieten kann.

Sienna Miller und Chadwick Boseman
© Concorde Filmverleih GmbH

Fazit: Der amerikanische Spielfilm „21 Bridges“ erzählt einen klassischen Krimi-Actioner, bei dem sich ein Cop auf die Jagd nach zwei Polizistenkiller macht und dafür Manhattan für eine Nacht abriegeln lässt. Aus der Hand von Brian Kirk entstand ein solider Film, der trotz aller Vorhersehbarkeit zwar Spannung bietet, sich aber trotz seiner guten Riege von Darstellern nicht von der Masse absetzen kann.

Bewertung: 5,5/10

Kinostart: 06.02.2020 / DVD-Start: 26.06.2020

Trailer zum Film „21 Bridges“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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