„Lychen 92“ (2019)

Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2019

Filmkritik: Der Kurzfilm „Lychen 92“ von Constanze Klaue lief auf der ‚Mitteldeutschen Filmnacht‘ des 32. Filmfest Dresden 2021 und begeisterte mit seiner 30-minütigen Geschichte aus dem Herzen der ehemaligen DDR.

Der 12-jährige Moritz (Béla Westhaus) ist mit seiner Eltern (Milena Dreißig und Christian Nähte) und seiner Schwester Susi (Anna Westhaus) wie jedes Jahr auf einem Campingplatz in der Uckermark. Doch im Jahr 1992 ist viel anders als zuvor. Neue Moden schwappen über, die Eltern streiten sich mehr und Moritz erkundet mit viel Neugierde den Ort und seine BewohnerInnen.

Der 30-minütige Kurzfilm, der auf dem 42. Filmfestival Max Ophüls Preis 2020 den Preis für den ‚Besten Mittellangen Film‘ gewann, ist die Abschlussarbeit der Regisseurin Constanze Klaue (*1985), welche auch das Drehbuch dafür geschrieben hat. Mit viel Einfühlungsvermögen, eine guter Portion Humor und dem richtigen Zeitkolorit erzählt sie vom Anfang der 90er Jahre. Deutschland ist im Umbruch, aber manche Dinge bleiben trotzdem bestehen. Aus dem Augen des 12-jährigen Moritz sieht die Welt noch so aus, wie eh und je und es gibt auch eindeutig wichtigere Dinge, wie Mädchen, mit denen man sich beschäftigen muss. Wunderbar gelingt Klaue dieser Blick in den Mikrokosmos des Campingplatzes in der Uckermark. 

Christian Nähte, Béla Westhaus, Anna Westhaus und Milena Dreißig

Belebt wird das vom stimmigen Zeitkolorit, der richtigen musikalischen Untermalung und vor allem einem wunderbaren Cast. Darin spielen erwachsene DarstellerInnen wie Milena Dreißig („Deutscher“ (2020)) und Christian Näthe („Fack ju Göhte“ (2013))  ihre Rollen ebenso überzeugend wie die hervorragenden Kinderdarsteller, allen voran Béla Westhaus als Moritz. Durch und durch ist Constanze Klaue ein warmherziger, einfühlsamer und sehr unterhaltsamer Film gelungen, der sich mit einem Stück deutscher Geschichte, aber im Kleinen, beschäftigt. 

Fazit: „Lychen 92“ ist die Abschlussarbeit der Regisseurin Constanze Klaue. In dem auch mit vielen Preisen ausgezeichneten 30-Minüter erzählt sie die Geschichte eines Sommers aus der Sicht eines Kindes und fängt mit viel Charme, Humor und einer hervorragenden Inszenierung eine Zeit des Aufbruchs ein.

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „Lychen 92“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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