„Ich bin dein Mensch“ (2021)

Filmkritik: Oft finden sich im Berlinale Wettbewerb, welcher in diesem Jahr 15 Filme aus 16 Länder umfasste, viele schwere Stoffe und viele Dramen. Doch in diesem Jahr überraschte das vielfältige Programm, u.a. der Gewinner „Bad Luck Banging or Loony Porn“, aber auch die deutschen Beiträge waren für Überraschungen gut. So auch der neueste Film von Maria Schrader – „Ich bin Dein Mensch“ (ET: „I’m Your Man“, Deutschland, 2021) – eine im Kern romantische Komödie.

Alma (Maren Eggert), eine Wissenschaftlerin die im Pergamonmuseum in Berlin forscht, erklärt sich bereit für weitere Studienmittel an einem ungewöhnlichen Experiment teilzunehmen. Die Datingagentur Terrareca, unter der Leitung von einer resoluten Frau (Sandra Hüller), bietet maßgeschneiderte Roboter an. Für Alma steht Tom (Dan Stevens) nun parat und sie soll ihn für drei Wochen testen. Sie hat aber überhaupt keine Lust drauf und lässt all seine Avancen ins Leere laufen. Sie kann sich einfach nicht vorstellen, dass eine Maschine einen Menschen ersetzen kann.

Christine Fenzl

Maren Eggert und Dan Stevens

Die Komödie „Ich bin dein Mensch“ ist die dritte Regiearbeit (nach „Liebesleben“ (2007) und „Vor der Morgenröte“ (2016)) der Schauspielerin Maria Schrader („Aimee & Jaguar“ (1999)). Sie erzählt darin eine beinahe klassische Liebesgeschichte mit leicht futuristischen Zügen. Zusammen mit Jan Schomburg („Über uns das All“ (2011), „Vergiss mein Ich“ (2014)) schrieb sie das Drehbuch und schuf eine mitreíßende, aber nicht seichte Komödie. Sie erzählt dabei vom menschlichen Miteinander. Ein gutes Gespür für echte Figuren ist dabei die Grundlage für die Geschichte. Denn Alma ist eine Frau, welche mitten im Leben steht. Wir erleben sie bei ihrer Arbeit genauso wie im Alltag. Dort bricht dann Tom als störendes Element hinein und hier liegt die humoristische Komponente. Denn die Dialoge und die Situationen mit den beiden sind einfach wunderbar. Das liegt auch an der großartigen Besetzung mit Maren Eggert („Das Experiment“ (2001), „Die Frau am Ende der Straße“ (2006)), die dafür den Silbernen Bären für die beste darstellerische Leistung in einer Hauptrolle erhielt, und dem britischen Darsteller Dan Stevens („Downtown Abbey“ (2010-2015), „Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga“ (2020)). Auch die Nebenrollen sind mit DarstellerInnen wie Sandra Hüller („Toni Erdmann“ (2016)) gut besetzt und runden das Ensemble ab. Hinzu kommt die Schaffung einer nahen Zukunftsvision, welche aber stark im heutigen Berlin verwurzelt ist. Die gedanklichen Spielereien über das Menschsein und was die Echtheit von Liebe angeht sind amüsantes Beiwerk und werden dann doch mit einem doch recht kitschigen, aber wohltuenden Happy End etwas negiert. „Ich bin Dein Mensch“ ist der Wohlfühl-Beitrag des Wettbewerbs-Blocks der diesjährigen Berlinale und macht definitiv gute Laune.

Christine Fenzl

Dan Stevens und Sandra Hüller

Fazit: Der deutsche Spielfilm „Ich bin Dein Mensch“ von Maria Schrader fiel unter den Wettbewerbsbeiträgen der 71. Berlinale 2021 als klassischer Feelgood-Movie auf. Mit einem Bären für Darstellung von Maren Eggert ausgezeichnet besticht der Film mit seiner Liebesgeschichte, Humor, tollen Besetzung und einem souveränen Umgang mit erzählerischen Mitteln und liefert damit wunderbare Unterhaltung.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Film „Ich bin dein Mensch“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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