„Obervogelgesang“ (2020)

Kurzfilm / Deutschland / Animation / 2020

Filmkritik: Der junge, deutsche Film scheut sich nicht davor politisch zu werden. So greifen die FilmemacherInnen Elisabeth Weinberger und Ferdinand Ehrhardt in ihrem Animationsfilm „Obervogelgesang“ den Rechtsruck in der Bevölkerung auf und zeigen, wie es sich anfühlt in einer Kleinstadt in Sachsen aufzuwachsen.

Nach einem Treffen mit ihrer besten Freundin an ihrem geheimen Lieblingsplatz in der Sächsischen Schweiz, fährt die junge Lovis mit der Bahn heim. Dabei wird sie nicht nur von Touristen belästigt, sondern auch mit dem Fakt konfrontiert, dass 33% der sie umgebenden Menschen bei der letzten Wahl die AfD gewählt haben.

Die zwei FilmemacherInnen Ferdinand Ehrhardt (*1999), der selbst aus Dresden stammt, und Elisabeth Weinberger (*1998) schufen mit ihrem sieben-minütigen Kurzfilm „Obervogelgesang“, benannt nach einer Ortschaft in der Sächsischen Schweiz, ein treffsicheres Zeitportrait. Sie fangen dabei die Stimmung der Jugend ein, welche sich heutzutage früher politisiert als die Generationen vor ihnen und dann auch Stellung bezieht. Wie lebt es sich in einer Gegend, wo gefühlt jeder dritte – O-Ton Film – ein Nazi ist? Gelungen ist der Ansatz zwischen aufmüpfiger, jugendlicher Sichtweise und wahren Hintergründen. Umgesetzt wurde das ganze in schwarzem-weißen 2D-Animationen mit wenigen Farbtupfern als Uni-Arbeit für die Filmakademie Baden-Württemberg. Vermutlich ist die Kombination aus aktuellem Thema und stimmiger Umsetzung der Schlüssel zum Erfolg des Films, so dass er auf dem 33. Filmfest Dresden 2021 eine ‚Lobende Erwähnung‘ der Jury „voll politisch“ erhielt und auf vielen weiteren Festivals wie dem 28. ITFS 2021 zu sehen ist.

Fazit: Der Animationsfilm „Obervogelgesang“ fängt mit stimmigen Bildern und einem gelungenen Voice-Over zeitaktuelle Themen und die Politisierung der Jugend ein und konnte damit auf vielen Festivals die ZuschauerInnen begeistern.  

Bewertung: 7,5/10

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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