„This is Us – Das ist Leben“ (Staffel 1, 2016)

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Serienkritik: Die amerikanische Serie „This is Us“, deren erste Staffel 2016 in Deutschland zum ersten Mal auf Amazon als Stream abrufbar, verschreibt sich ganz einer großen Familie, deren Erlebnisse über mehrere Zeitebenen hinweg und mit viel Gefühl erzählt werden.

Rebecca (Mandy Moore) und ihr Mann Jack (Milo Ventimiglia) erwarten Drillinge. Genau an seinem Geburtstag kündigen die drei sich an und so geht es voller Nervosität und Freude in die Klinik. Jahre später feiern die drei Kinder Kate (Chrissy Metz), Kevin (Justin Hartley) und Randall (Sterling K. Brown) ihren 36. Geburtstag und haben alle ihr Päckchen zu tragen. Sei es Kates starkes Übergewicht und ein Leben, in dem sie sich ganz um ihren Bruder Kevin kümmert, der unzufrieden ist, wie sich seine Schauspielkarriere entwickelt hat. Oder Randall, der hinter der perfekten Fassade mit seiner Vergangenheit ringt. Immer wieder findet das ungleiche Geschwister-Trio dabei zueinander und steht sich in allen Hoch und Tiefs einander bei.

Sterling K. Brown und Susan Kelechi Watson 2

Die Serie „This is us – Das ist Leben“ verschreibt sich ganz einer großen Familiengeschichte und erzählt diese über die Jahrzehnte hinweg. Es beginnt mit der Geburt der Drillinge von Rebecca und Jack in den 1980er Jahren und springt in der ersten Folge zum 36. Geburtstag der drei Kinder. Damit wird der Zeitrahmen der Geschichte gespannt. Während in der Haupterzählung die Geschichten der drei Geschwister weitererzählt wird, gehen wir auch immer wieder in der Zeit zurück und wir erfahren mehr über ihre Kindheit, die Eltern und ihre Erfahrungen, die sie geprägt haben. So werden in jeder Folge Gegenwart und Vergangenheit stimmungsvoll miteinander verknüpft. Dabei sind die Themen klassischer Drama-Stoff. Hier geht es um alles, was man sich an Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich vorstellen kann. So werden Krankheiten, Verlust, Schuld, Alkohol- oder Drogenmissbrauch genauso thematisiert, wie Schwangerschaft, Liebe, familiärer Zusammenhalt und das Wachsen an Aufgaben und Schwierigkeiten. Alles was man sich ausmalen kann, wird hier eingebaut und erstaunlicherweise wirkt es nicht platt oder pathetisch, sondern der Serienerfinder Dan Fogelman, der u.a. auch die Drehbücher zu „Rapunzel – Neu verföhnt“ (2010) und „Crazy.Stupid.Love“ (2011) geschrieben hat, schafft es, die ZuschauerInnen zu berühren. Die Figuren sind so sympathisch, dass sie einem mit all ihren Ecken und Kanten schnell ans Herz wachsen, so dass jeder Schicksalsschlag auch seine Wirkung zeigt, denn bei dieser Serie muss man einfach mitfühlen.

Mandy Moore

Das alles mit dem ganzen Problemen und Herzschmerz würde nicht gut so funktionieren hätte der Serienmacher nicht einen wunderbaren Cast versammelt. DarstellerInnen wie Chrissy Metz, welche auch einiges von ihrer eigenen Persönlichkeit in Kate einfließen ließ, und Sterling K. Brown, der Randall sowohl souverän als auch auch manisch aussehen lassen kann, spielen ihre Rollen hervorragend. Aber auch Nebenfiguren wie Miguel, gespielt von Jon Huertas („Castle“ (2009-2016)), sind sehr gut besetzt. Besonders gelungen sind Mandy Moore („Love, Wedding, Marriage“ (2011), „Midway“ (2019)) und Milo Ventimiglia („Gilmore Girls“ (2001-2006), „Heroes“ (2006-2010)) als liebende Eltern. Darüber hinaus schafft es die Serie vor allem durch Ausstattung, Kostüme und Frisuren die unterschiedlichen Jahrzehnte in einem stimmigen Zeitkolorit einzufangen und das Gefühl einer langen, großen Familiengeschichte zu evozieren. So schmiegen sich die Inszenierung und die Besetzung wunderbar an die Story mit all ihren dramatischen Höhepunkten an und macht „This is us“ zu einer Serie, die man nicht nur nebenbei sondern auch gerne viele Folgen am Stück schauen kann. Man kann gespannt sein, wohin sich die Serie mit ihren insgesamt 88 Folgen noch entwickeln wird und ob sie ins übertrieben Pathetische oder Klischeehafte umschwenkt.

Chrissy Metz und Justin Hartley

Fazit: „This is us“ ist eine amerikanische Serie aus der Hand von Dan Fogelman, die sich um eine große Familie mit vielerlei Problemen – alltägliche und ungewöhnliche – dreht. Dabei wird die Erzählung über Jahrzehnte gespannt, erzählt parallel in Rückblicken und in der Gegenwart und liefert mit ihren sympathischen Figuren einen gute Ansatzpunkt jede dramatische Hürde zum umschiffen. So bleibt man als ZuschauerIn mit Interesse und Herz über die 18 Folgen gerne dabei.

Bewertung: 4/5

Trailer zur Staffel 1 der Serie „This is Us – Das ist Leben“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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