„Beckenrand Sheriff“ (2021)

Filmkritik: Der bayerische Filmemacher Marcus H. Rosenmüller wurde mit Komödien wie „Wer früher stirbt, bleibt länger tot“ bekannt und bringt nun mit dem „Beckenrand Sheriff“ (Deutschland, 2021) seinen 15. Spielfilm auf die Kinoleinwände. Er bleibt seinem Genre treu und schuf eine überspitzte Gesellschaftssatire, welche einerseits viele aktuelle Probleme anspricht, andererseits aber auch äußerst unterhaltsam ist.   

Das Freibad im oberbayerischen Grubberg hat nur noch weniger Besucher. Vor allem kommen noch die Wasserballmannschaft unter der Leitung von Silke Wilhelm (Johanna Wokalek), Dr. Rieger (Rick Kavanian), der einfach nicht vom Sprungturm springen will, und ein paar lästige Enten. Das es so schlecht um das Schwimmbad bestellt ist, liegt auch an seinem grantigen Bademeister Karl Kruse (Milan Peschel). Als die Bürgermeisterin (Gisela Schneeberger) beschließt das Bad zu schließen, kann nur eine Petition mit 500 Unterschriften helfen. Zusammen mit seinem neuen Assistenten, dem Geflüchteten Sali (Dimitri Abold) macht er sich daran diese einzutreiben.

Dimitri Abold und Milan Peschel

Die deutsche Komödie beschäftigt sich nach einem Drehbuch von Marcus Pfeiffer mit vielen aktuellen Themen wie dem Leben von Geflüchteten in Deutschland, Integration und Fremdenhass. Aber auch kleinstädtische Themen wie der Verfall von Institutionen und der Umgang mit dem kulturellen Erbe werden angesprochen. Zudem wird eine Coming-of-Age-Geschichte genauso eingebaut wie das Thema Naturschutz. All das verwebt der Regisseur Marcus H. Rosenmüller (*1973), der u.a. „Sommer in Orange“ (2011) und „Trautmann“ (2018) realisierte, in einem schönsten Komödiengewand. Dabei geht zwar nicht jeder Witz auf, aber der Filmemacher schafft es, die richtige Mischung aus Gefühl und Humor zu etablieren, so dass man auch über die eine oder andere Fremdschäm-Szene gut hinwegsehen kann. Getragen wird das von einem hervorragenden Cast. Das Herzstück sind Dimitri Abold, der Sali verkörpert, und Sarah Mahita, welche Lisa spielt, die versucht aus dem engen Dorf-Korsett auszubrechen. Die bekannten DarstellerInnen Milan Peschel („Je suis Karl“ (2021)), Johanna Wokalek („Barfuss“ (2005), „Suicide Tourist – Es gibt kein Entkommen“ (2020)), Rick Kavanian („Bully Parade“ (2017)) und Sebastian Bezzel („Kaiserschmarrndrama“ (2021)) liefern dagegen die humorvollen Elemente samt Slapstickeinlagen. Zusammen bildet der hervorragende Cast das bunte Kaleidoskop einer Kleinstadt, das so gut getroffen ist, dass allein darin schon der größte Humor verborgen liegt. So ist der Film durch und durch eine gelungene Komödie über das Zusammenleben in einem kleinen Ort mit den Problemen der Zeit und bereitet damit viel Freude.

Milan Peschel

Fazit: „Beckenrand Sheriff“ ist eine Komödie aus der Hand des bayerischen Filmemachers Marcus H. Rosenmüller. Mit viel Humor und einer großen Portion Herz greift der Spielfilm viele aktuelle Themen auf und bringt sie in einem bunten, kleinstädtischen Kaleidoskop zusammen, was viel Wahres, vor allem aber gelungene Unterhaltung beinhaltet. 

Bewertung: 7,5/10

Kinostart: 9. September 2021 / DVD-Start: –

Trailer zum Film „Beckenrand Sheriff“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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