„The Criminals“ (2021)

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Kurzfilm / Türkei / Fiktion / 2021

Filmkritik: Der türkische Kurzfilm „The Criminals“ (OT: „Les Criminels“) von Serhat Karaaslan, der im Kurzfilmprogramm des Programms ‚Close Up TR‘ auf dem 31. Filmfestival Cottbus 2021 lief, erzählt vor realen gesellschaftlichen Verhältnissen eine Geschichte, welche gekonnt mit den Genren spielt.

Das junge Paar Emre (Lorin Merhart) und Nazli (Deniz Altan) sucht für die Nacht eine gemeinsame Unterkunft. Doch die Hotelbetreiber wollen ihnen ohne eine Heiratsurkunde kein gemeinsames Zimmer geben. Also bedienen sich die beiden Liebenden eines Tricks.

Basierend auf eigenen Erfahrungen erzählt der türkische Regisseur hier in seinem vierten Kurzfilm eine spannende Geschichte, welche auf eigenen Erlebnissen fußt, als gesellschaftskritisches Drama beginnt und sich dann zu einem kleinen Genrefilm entwickelt. Dabei ist der erste Teil noch geprägt von einer gewissen Leichtigkeit, welche durch die Verspieltheit der Liebenden wunderbar vermittelt wird. Diese werden sehr gut von den beiden JungdarstellerInnen Lorin Merhart und Deniz Altan wiedergegeben. Auch der Übergang in das dunklere Genre wird gut von ihnen getragen. Hier greift ihnen auch die Inszenierung hervorragend unter die Arme, welche den Bogen von einem anfänglichen Drama in sehr authentischen Setting hin zu einem spannungsgeladenen Thriller spannt. Diese Mischung, gespeist mit dem Wissen, dass die Verhältnisse für unverheiratete Paare in der Türkei wirklich so sind, verleiht dem Film seine enorme Spannung und Sprengkraft. So kann man gespannt sein, wie ein Langfilm davon aussehen könnte, falls der Regisseurs dies als solchen umsetzen wird.

Fazit: „The Criminals“ ist ein Kurzfilm des türkischen Regisseurs Serhat Karaaslan, der auf wahren Erlebnissen fußend ein spannungsgeladenes Drama erzählt, das gleichzeitig Sozial- und Gesellschaftskritik ist und gekonnt mit den Genren spielt, so dass man als ZuschauerIn sofort involviert wird.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „The Criminals“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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