„Klabautermann“ (2021)

Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2021

Daniel Dornhöfer

Ilona Schulz und Emma Bading

Filmkritik: Die Tragikomödie „Klabautermann“, der auf den 55. Hofer Filmtagen ihre Weltpremiere feierte, ist das Regiedebüt der Schauspielerin Anke Sevenich und erzählt auf humorvolle Weise mit ernsten Tönen von dem Alltag in einem Pflegeheim.  

Die junge Pflegerin Miranda (Emma Bading) arbeitet mit viel Herz und auch dem ein oder anderen finanziellen Ausgleich in einem Altersheim. Hier wohnt auch ihr Lieblings-Bewohner Eugen (Hans-Heinrich Hardt), der ihr für ein kleinen Gefallen ab und zu etwas Geld zuschiebt. Dessen Frau Helene (Ilona Schulz) sieht das überhaupt nicht gern. 

Die Tragikomödie stammt aus der Hand der deutschen Schauspielerin Anke Sevenich (*1959), die u.a. 15-mal die Hauptrolle in einer Episode des Tatorts übernommen hat. Für den Film „Sayonara Rüdesheim“ hat sie zusammen mit Stephan Falk den Deutschen Drehbuchpreis gewonnen. Außerdem hat sie auch die Hauptrolle in dem Kurzfilm „Familienzuwachs“ von Teresa Hoerl, der mit dem Hessischen Filmpreis ausgezeichnet wurde, übernommen. Für „Klabautermann“ hat sie zum ersten Mal allein das Drehbuch geschrieben und dann auch die Regie übernommen. Die Geschichte schlummerte (auch in verschiedenen Fassungen) schon länger in ihr, beinhaltet biographische Einflüsse und erzählt von den kleinen und großen Alltäglichkeiten in einem Pflegeheim. Dabei ging es Sevenich nicht um das Abbilden der Realität, sondern um das cineastische Erzählen. So erzählt sie mit viel Humor, ein paar Überspitzungen, einem großartigen Cast (u.a. Hans-Heinrich Hardt („CORD“)) und einer ruhigen Kameraarbeit ihre Geschichte, die ein wunderbares Mittelmaß zwischen Realität und Kino findet, so dass man sich über den Film hinaus auch mit Themen wie Pflege, Altern und dem damit einhergehenden Sterben beschäftigt.

Fazit: Der Kurzfilm „Klabautermann“ von Anke Sevenich ist ein cineastisches Kleinod über den Alltag in einem Pflegeheim. Gut besetzt und stimmig umgesetzt überzeugt die Dramödie mit ihrer Mischung aus Realität und Fabulieren sowie ernsten Themen und humorvoller Sichtweise. 

Bewertung: 7,5/10

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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