„Unbreakable Kimmy Schmidt“ (Staffel 3, 2017)

Serienkritik: Im Gegensatz zu vielen anderen Sitcom-Shows ist die Serie „Unbreakable Kimmy Schmidt” von Tina Fey und Robert Carlock, deren dritte Staffel 2017 ausgestrahlt wurde, eine Sendung, die ihre Figuren und Geschichten konsequent weiterentwickelt und sich auch von Anfangsprämissen immer wieder lösen kann.

Nachdem Kimmy Schmidt (Ellie Kemper) endlich mit der Entführung und dem Verantwortlichen, dem Reverend Wayne (Jon Hamm), abgeschlossen hat, kann sie sich Gedanken machen, was sie eigentlich will. Ihr Weg verschlägt sie ans College, wo sie auch Perry (Daveed Diggs) kennenlernt und Xanthippe (Dylan Gelula), die Tochter ihrer ehemaligen Arbeitgeberin Jacqueline White (Jane Krakowski) studiert. Jaqueline hat dagegen ihre Zukunft den guten Taten verschrieben und zusammen mit ihrem Ehemann Russ (David Cross) kämpft sie gegen die Ungerechtigkeiten der Welt, bis ein Unfall alles verändert. Auch Titus (Tituss Burgess) sucht noch seinen richtigen Platz im Beruf wie in der Liebe und denkt, dass es das Beste wäre, sich von seinem Freund Mikey (Mike Carlsen) zu trennen. Lillian (Carol Kane) dagegen verliebt sich seit sehr langer Zeit endlich mal wieder.

Ellie Kemper

Die 2015 begonnene Serie von Tina Fey und Robert Carlock ist weiterhin ein Hochgenuss. Sie schafft es, in ihrem Kern eine klassische Sitcom zu sein, welche viele Gags einbaut, aber darüber hinaus tut sie nicht so, als ob Vergangenes einfach vergangen ist. So wird immer wieder ein Gag gezündet, der auf frühere Situationen referenziert. Auch wiederkehrende Jokes werden, wie es auch im Alltag üblich ist, etabliert. Aber nicht nur der Humor trägt die Serie, sondern vor allem die starke und konsequente Weiterentwicklung ihrer Figuren. Recht schnell rückte die Serie davon ab, nicht nur die titelgebende Kimmy Schmidt (immer noch wunderbar naiv: Ellie Kemper) ins Zentrum zu stellen, sondern gibt auch den Figuren um sie herum genug Raum zum Atmen und Wachsen. Besonders gelungen ist dabei die Wandlung der snobistischen Jacqueline White, hervorragend gespielt von Jane Krakowski („Ally McBeal“ (1997-2002), „30 Rocks“ (2006-2013)), zu einer Aktivistin, die über sich hinauswächst, in dem sie auch mal selber bäckt. Doch vor allem glänzt Tituss Burgess („Ratatouille: The TikTok Musical“ (2021)) als Titus Andromedon, der es schafft einen selbstsüchtigen, faulen Menschen liebenswert zu machen. Zudem räumt die Serie ihm viel Platz für sein Gesangstalent ein – besonders gelungen in diesem Zusammenhang ist die Hommage-Beyonce-Folge, in der er sich ausleben darf.

Jane Krakowski und Tituss Burgess

Abgerundet wird die Serie wieder mit einem Love Interest für Kimmy, diesmal gespielt von Daveed Diggs („Wunder“ (2017), „Hamilton“ (2020)). Hinzu kommt, dass die Serie trotz ihrer bonbonfarbenden Optik, immer wieder ernste Themen anspricht wie Gentrifizierung, Mangelernährung, soziale Unterschiede und Diskriminierung. So ist auch die dritte Staffel mit ihren 13 Folgen eine absolute Empfehlung und bereitet den ZuschauerInnen mit ihrem Humor, Übertreibungen und liebenswerten, schrägen Figuren viel Freude.

Fazit: Die 13 Folgen umfassende dritte Staffel der amerikanischen Sitcom „Unbreakable Kimmy Schmidt“ ist eine konsequente Weiterentwicklung ihrer Geschichte und Figuren. Sie bleibt ihrem guten Humor treu, gibt dem hervorragenden Cast eine Bühne (auch musikalisch) und sorgt für brillante, aber auch gesellschaftskritische Unterhaltung.

Bewertung: 5/5

Trailer zur Staffel 3 der Serie „Unbreakable Kimmy Schmidt“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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