„West Side Story“ (2021)

Filmkritik: Das Musical „West Side Story“ von Leonard Bernstein (uraufgeführt 1957) ist eine Adaption der Romeo-und-Julia-Geschichte von William Shakespeare und brachte die Konflikte und Unglücke des Stücks auf die Straßen von New York. Der Film aus dem Jahr 1961 von Robert Wise und Jerome Robbins adaptierte wiederum filmisch die Songs und den Stoff gelungen und schuf ein Meisterwerk, was dann auch mit zehn Oscars ausgezeichnet wurde. Der bekannte Regisseur Steven Spielberg, bekennender Fan des Originals, hat nun das Musical noch einmal filmisch aufgelegt und schuf dabei wenig Neues, aber gelungene Unterhaltung: „West Side Story“ (OT: „West Side Story“, USA, 2021).

Mike Faist

Seit Jahren treiben die Gangs Jets und Sharks auf den Straßen der West Side in New York ihr Unwesen und verstricken sich dabei immer wieder gegenseitig in Konflikte. Weil die Stimmung zwischen den weißen Jungs und den Puertoricanern immer weiter eskaliert, vereinbaren die Anführer Biff (Mike Faist) und Bernardo (David Alvarez) einen Kampf, um ein für alle mal zu klären, wem die Straßen gehören. Die Cops unter der Führung von Sergeant Schrank (Corey Stoll) haben schon lange keine Macht mehr in der West Side. Während sich also die Situation immer mehr zuspitzt treffen der Ex-Jet Tony (Ansel Elgort) und Bernardos Schwester Maria (Rachel Zegler) auf einer Tanzveranstaltung aufeinander, verlieben sich sofort und versuchen gegen alle Widerstände zusammen zu sein. 

Rachel Zegler und Ansel Elgort

Die häufigste Frage, die man sich stellt, wenn man von der neuen Verfilmung des Klassikers „West Side Story“ hört, ist wohl, warum dies nötig war. Steven Spielberg, der berühmte Regisseur von Filmen wie „E.T.“ (1982), „Schindlers Liste“ (1993) und „Ready Player One“ (2018), erfüllt sich hier zuallererst selbst einen Traum und holt das Stück, was er liebt, erneut auf die Leinwände. Nach einem Drehbuch von Tony Kushner und Arthur Laurents erzählt er die Romeo-und-Julia-Musical-Variante erneuert, siedelt sie wieder in den Straßen von New York an und modernisiert nur wenig. Eine der größere Veränderungen ist die Stärkung der weiblichen Figuren. So wurde unter anderem aus dem Ladenbesitzer Doc jetzt Valentina, die von Rita Moreno (welche die Anita im Film von 1961 spielte) eine ganz eigene Note erhielt. Doch natürlich kann man nur Nuancen verändern, wenn man die Vorlage beinah ungetastet lassen will. Aber trotzdem ist die Adaption gut gelungen, huldigt dem Original und macht es zudem für heutige Generationen leichter einen Zugang zu dem bereits 1957 uraufgeführten Stück zu finden. 

Ariana DeBose und David Alvarez

Das Herz und die Seele des Films sind natürlich auch hier die wunderbaren Songs. Diese besitzen die gleiche Stärke wie eh und je und wurden hervorragend neu interpretiert, in ihrem Wesen natürlich nicht verändert und nur hier und da mit einem kleinen Schlenker bereichert. Die Choreographien sind in diesem Film ebenfalls bombastisch. Man kann sich an den Massen-Tanzszenen genauso wenig satt sehen, wie an den Bewegungsmustern der einzelnen Figuren. Der Cast ist passend ausgewählt worden und gibt seinen Rollen genau das was nötig ist. Tony und Maria, verkörpert von Ansel Elgort („Die Bestimmung – Allegiant“ (2016), „Baby Driver“ (2017)) und Rachel Zegler, sind jünger und wirken in ihrer naiven Liebe noch verletzlicher. Hervorragend ist Ariana DeBose („The Prom“ (2020)) als Anita, die zum heimlichen Mittelpunkt des FIlms wird und mit ihrem Feuer begeistern kann. So ist es auch ein kleiner Höhepunkt als sie mit der Figur von Rita Moreno zusammentrifft und sie gemeinsam singen. Durch und durch ist die Inszenierung und Besetzung (trotz mancher laut werdender Kritik am Gesangstalent des ein oder anderen) hervorragend, reißt mit und so ist man schon nach wenigen Minuten in diese Filmwelt versunken. Kein Wunder, dass er bei den Golden Globes drei Trophäen gewann und nun mit sieben Oscar-Nominierungen ins Rennen geht.

Fazit: „West Side Story“ ist die Neuauflage eines Musicals, das als Bühnenstück und auch der Film von 1961 große Erfolge feierte und sich bei vielen ins popkulturelle Gedächtnis gebrannt hat. Trotzdem ist es wunderbar, dass Steven Spielberg mit seiner Neuinterpretation, die viel beim Alten belässt, das Stück noch mal aufleben lässt, denn so wird dieses wunderbare Musical auch für viele weiteren Generationen ein Name bleiben.

Bewertung: 7,5/10

Kinostart: 9. Dezember 2021 / DVD-Start: unbekannt

Trailer zum Film „West Side Story“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

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