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Kurzfilm / Österreich / Animation / 2022
Filmkritik: Das Filmemacher:innen-Kollektiv ‚Total Refusal‘, welche bereits mit ihrem Kurzfilm „How to Disappear“ auf sich aufmerksam gemacht haben, erzählen in „Hardly Working“, der u.a. auf dem 44. Filmfestival Max Ophüls Preis 2023 lief, anhand des Computerspiels „Red Dead Redemption 2“ vom menschlichen Verhältnis zur Arbeit.
Die Welt von Open-World-Computerspielen, wie hier bei „Red Dead Redemption 2“, ist bevölkert mit NPCs, nicht spielbaren Charakteren. Diese sollen den Eindruck einer vollen Welt vermitteln und gehen dabei meist den gleichen Aufgaben in einem festgesetzten Loop nach. So kommen sie natürlich mit ihrer Arbeit nicht voran und beginnen jeden Tag stets mit denselben, sich wiederholenden Tätigkeiten. Wie sie sich wohl damit fühlen?
Das Kollektiv ‚Total Refusal‘, das sich selbst als ‚pseudo-marxistische Medienguerilla‘ bezeichnet, besteht aus Michael Stumpf, Leonhard Müllner, Robin Klengel, Jona Kleinlein, Adrian Haim und Susanna Flock. Sie haben sich 2018 gegründet und beschäftigen sich mit gesellschaftlichen und politischen Themen, indem sie filmische Essays kreieren, welche ihre Bilder aus Videospielen ziehen. So erzählt ihr Film – „How to Disappear“ – von Krieg und Menschen, die in dieser Maschinerie gefangen sind. In dem nun 2021 erschienenen „Hardly Working“ beschäftigen sie sich mit dem Verhältnis von Mensch und Arbeit. Wieder wird ein kommentierendes Essay als Voice-Over eingesprochen. Es beschäftigt sich mit NPCs in dem Open-World-Western-Spiel „Red Dead Redemption 2“. Anhand dieser Figuren gehen sie den Fragen von Sinn und Zweck von Arbeit nach, beleuchten den repetitiven Charakter und erklären vom Spiel ausgehend, wie dies zum Leben in einer kapitalistischen Welt dazugehört. Sie finden den richtigen Ton und kombinieren ernste, philosophische, gesellschaftskritische Fragen auch hin und wieder mit Humor. Dafür finden sie in bestimmt stundenlanger Spielzeit die richtigen Bilder und erzeugen damit einen ganz anderen Blick auf das Spiel selbst. So entstand ein gelungener Essayfilm über die Frage nach dem Stellenwert von Arbeit in unserer Gesellschaft und auch deren Richtigkeit, so dass man gespannt sein kann, welche Themen und Spiele sie sich als nächstes annehmen werden.
Fazit: „Hardly Working“ ist der neueste Film des Filmkollektivs ‚Total Refusal‘, der sich anhand von NPCs aus dem Spiel „Red Dead Redemption 2“ mit der Frage nach dem Verhältnis von Arbeit und Leben in einer kapitalistischen Welt auseinandersetzt und dabei gekonnt philosophische Fragen mit leisen Humor vermischt.
Bewertung: 8,5/10
Den Kurzfilm „Hardly Working“ hier anschauen:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 44. Filmfestival Max Ophüls Preis 2023 – Katalog (Programm ‚MOP-Shortlist: Lohn & Brot‘)
- Eintrag des Kurzfilms „Hardly Working “ auf der Website des Kollektivs ‚Total Refusal‘
- Eintrag des Kurzfilms „Hardly Working“ bei der Agentur Refreshing Films
- Eintrag des Kurzfilms „Hardly Working“ bei der Viennale
- Eintrag des Kurzfilms „Hardly Working“ auf der European Media Art Platform
- Marina Pavido, ‚Hardly Working (2022) von Total Refusal – Kritik‘, cinema-austriaco.org, 2022
- Eintrag des Kurzfilms „Hardly Working“ bei Talking Shorts

Liebe Doreen Kaltenecker, ein kleiner Verweis dass Hardly Working im Rahmen eines EMAP Stipendiums bei Werkleitz in Halle 2021 entstanden ist, und der Film und die Performance der Gruppe mehrfach bei uns gezeigt wurde hätte mich sehr gefreut. Ausserdem gibt es das über den Dächern von Halle gedrehte Kurzschluss Portrait über die Gruppe: https://www.arte.tv/de/videos/105378-000-A/portraet-total-refusal/
Mit kollegialen Grüssen Peter Zorn, EMAP Manager