„Sex Education“ (Staffel 4, 2023)

Doreen Kaltenecker
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Serienkritik: Die vierte und finale Staffel der britischen Erfolgsserie „Sex Education“ aus der Hand der Serienschöpferin Laurie Nunn bringt alle lose Fäden zu einem Ende, aber ufert mit ihrer Inszenierung, dem neuen Spielort und den vielen neuen Figuren etwas zu sehr aus. 

Otis (Asa Butterfield) und sein bester Freund Eric (Ncuti Gatwa) beginnen an der Cavendish College ein neues Schulleben. Nicht, dass es Otis mit seiner Mutter Jean (Gillian Anderson), die von dem erneuten Muttersein überfordert ist, und seiner Freundin Maeve (Emma Mackey), die zum Studieren in die USA gezogen ist, nicht schon schwer genug hätte, schafft er es auch nicht, am College Fuß zu fassen. Nicht nur hat die Schule bereits eine Sextherapeutin namens ‚O‘ (Thaddea Graham), sondern als weißer junger Mann wirkt er wie aus der Zeit gefallen, denn hier ist alles divers und anders. Trotzdem ist dort nicht alles rosig, denn Erkrankungen wie Depressionen werden genauso wenig erkannt wie die ebenso fehlende Barrierefreiheit der Schule.

Gillian Anderson und Asa Butterfield

Die finale Staffel der Serie, welche 2019 gestartet ist, bleibt ihrem Themenkanon, ihrer Offenheit und den meisten Figuren treu. Die acht Folgen umfassende Staffel führt dabei alle losen Enden zusammen und hält auch das ein oder andere Happy End parat. Dabei greift die Serie wieder viele Probleme auf, die junge Menschen bewegen und lässt dabei auch so schwierige Sachen wie Depression, Krankheiten und Missbrauch nicht aus. Trotzdem findet sie immer wieder auch leichte und beglückende Momente voller Liebe, Leichtigkeit und selbstverständlich Körperkontakt. Dabei gibt es auch wieder verschiedene Arten von Beziehungen und divers aufgestellte Figuren. So bietet die britische Serie auch hier wieder eine breite Identifikationsplattform. Dabei hat man zwar hin und wieder das Gefühl, dass die Menge an Geschichten und Personen etwas ausgeufert ist. Ein bisschen mehr Fokussierung wäre gut gewesen, da so die eine oder andere Geschichte etwas stiefmütterlich behandelt wird und wenig Raum bekommt.

Alistair Petrie und Connor Swindells

Trotzdem besticht die Serie mit Figuren, die sich entwickeln und nicht eindimensional anfühlen. Diese werden wunderbar von Gillian Anderson („Akte X“ (1993-2002)), Asa Butterfield („Hugo Cabret“ (2011)), Ncuti Gatwa („Doctor Who“ (2023-2025)), Emma Mackey („Tod auf dem Nil“ (2022), „Emily“ (2022)), Connor Swindells („Barbie“ (2023)) und Aimee Lou Wood  („Living – Einmal wirklich leben“ (2022)) verkörpert. Hinzu kommt eine farbenfrohe und sonnige Ausgestaltung. Die Locations wirken immer noch mehr verträumt als realistisch und runden das Wohlfühl-Erlebnis, das die Serie trotz vieler ernsterer und auch schwerer Themen besitzt, ab. Hier wurde ein schönes, gelungenes Serienende erreicht, das alles abschließt und zeigt, wie Serien zeitgemäß und offen sein können.

Kedar Williams-Stirling und Chinenye Ezeudu

Fazit: Die finale Staffel der britischen Serie „Sex Education“ macht mit ihrer Mischung aus sexueller Offenheit, diversen Charakteren und ernsten Themen so weiter, wie die drei vorhergehenden Staffeln. Dabei besticht sie mit ihren lieb gewonnenen, quirligen Figuren und der farbenfrohen und lebendigen Optik.

Bewertung: 4/5

Trailer zur Staffel 4 der Serie „Sex Education“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

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