“Orange is the New Black” (Serie, Staffel 4, 2016)

© Jojo Whilden/Netflix

Serienkritik: Während in den ersten Staffeln der amerikanischen Serie “Orange is the New Black” die Einzelschicksale der Protagonisten im Zentrum standen und das ‘normale’ Leben im Gefängnis eingefangen wurde, gewinnt die vierte Staffel durch eine Gewichtsverschiebung an Prägnanz und dramatischen Momenten.

Nachdem die Insassen des Litchfield Frauengefängnis von ihrem unerlaubten Ausflug zurückgekehrt sind, lernen sie ein anderes Gefängnis kennen. Unter den Druck von MCC wird das Gefängnis mit 100 neuen Insassen gefüllt, die Mahlzeiten ‘optimiert’ und neue Wärter, die meisten ehemalige Veteranen, eingestellt. Unter der Hand von Desmond Piscatella (Brad William Henke) entsteht ein streng geführtes Regime, das vor Gewalt und rassistisch geprägten Leibesvisitationen nicht zurückschreckt. Zudem hat sich das Gleichgewicht unter den Gefangenen selbst verschoben. Maria (Jessica Pimentel) führt nun eine neue, gefährliche Latina-Gruppierung, welche den Drogenhandel im Gefängnis übernimmt. Durch unbedachte Aussagen ruft Piper Chapman (Taylor Schilling) dagegen eine nationale, weiße Bewegung ins Leben, über die sie schnell die Kontrolle verliert. So wird Litchfield immer mehr zu einem Herd von schwelenden Konflikten.

© Jojo Whilden/Netflix

Mit der Einführung vieler neuer Figuren wirbelt die Drehbuchschreiberin Jenji Kohan den Serienplot auf. Dabei verliert die Geschichte aber nie den Blick für die etablierten Charaktere und heftet ihre Sympathien meist an diese Figuren. Durch neue Konstellationen und Entwicklungen verschiebt sich aber das Gleichgewicht. Fast jeder Charakter besitzt seinen eigenen roten Faden, welche aber unterschiedlich spannend gestaltet sind. Dabei sind manche Zweige eher amüsant und anderen steuern unaufhörlich auf eine Katastrophe zu. Die Rückblenden wurden in dieser Staffel zurückgenommen und nur noch in manchen Folgen zur Untermalung der Charaktere eingesetzt. Die gesamte Handlung läuft unaufhörlich auf einen katastrophalen Höhepunkt zu, der in einem Mord und in einer unerwarteten Revolte endet und so den Weg für eine besondere fünfte Staffel ebnet. Im Erzählstil, im Look und in der Realitätsnähe bleibt sich die Geschichte treu und scheut auch nicht vor drastischen und anklagenden Bildern. Doch wie auch bisher lebt die Serie von ihren Ensemble unterschiedlichster Charaktere und ihren fantastischen Darstellern, die man sich mittlerweile kaum noch in anderen Rollen vorstellen kann. Das macht die vierte Staffel mit ihren 13 Folgen wieder zu einem rundem Erlebnis.

© Jojo Whilden/Netflix

Fazit: Auch die vierte Staffel der amerikanischen Serie “Orange is the New Black” ist wieder auf ganzer Länge gelungen. Dabei wird das Erzähltempo durch die dramatischen Entwicklungen angezogen und bietet viele neue Figuren und Konstellationen. Mit einem wunderbaren Ensemble, dem sich treu bleibenden Stil, einem neuen Eskalationspotential und einem Ende, das so zu Herzen rührt, ist die Staffel nicht nur für Fans eine wunderbare Fortsetzung. So hat man bald alle Folgen verschlungen und wird keine Sekunde zögern, die neue Staffel zu beginnen.

Bewertung: 5/5

Der Trailer zur 4. Staffel von “Orange is the new Black”:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 


Unsere Kritiken zu den anderen Staffeln der Serie:

 

3 Gedanken zu ““Orange is the New Black” (Serie, Staffel 4, 2016)

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