“Stranger Things” (Staffel 2, 2017)

Poster zur zweiten Staffel der Serie "Stranger Things"

© Netflix

Serienkritik: Bereits die erste Staffel (2016) der amerikanischen Netflix-Serie “Stranger Things” überzeugte mit ihrer fantastischen Mischung aus 80er-Jahre-Retro-Charme, einer spannenden Geschichte und wunderbaren Charakteren und erhielt damit international viel Anerkennung. Auch die zweite Staffel wurde mit der gleichen Euphorie aufgenommen, wie ihr Vorgänger, so dass bereits weitere Fortsetzungen bis zur vierten Staffel angekündigt wurden.

Die neun Folgen der zweiten Staffel spielen im Jahr 1984, ein Jahr nach den Ereignissen der ersten Staffel. Will Byers (Noah Schnapp) ist zurück, aber scheint traumatisiert, weil er immer wieder Alpträume von der anderen Seite hat. So schafft es auch seine Mutter Joyce (Winona Ryder) trotz ihres neuen Freundes Bob (Sean Astin) nicht ins normale Leben zurückzukehren. Ihr zweiter Sohn Jonathan (Charlie Heaton) stellt zusammen mit Nancy (Natalia Dyer) eigene Nachforschungen an und will den Tod von Barb nicht ungesühnt lassen. Dadurch kriselt es in der Beziehung zu ihrem Freund Steve (Joe Kerry), der sie einfach wieder in ein normales Leben führen will. Ähnliches wollen auch Mike (Finn Wolfhard), Lucas (Caleb Matarazzo) und Dustin (Gaten Matarazzo) für Will. Gleichzeitig müssen sie aber mit neuen Herausforderungen, wie dem neuen interessanten Mädchen Max (Sadie Sink) und ihrem Bruder Billy (Dacre Montgomery) klarzukommen. Doch in den Alltag schleicht sich immer wieder die Dunkelheit ein: Elfi (Millie Bobby Brown) ist noch nicht zurückgekehrt, Chief Jim Hopper (David Harbour) registriert unnatürliche Vorkommnisse während Will immer wieder von Visionen geplagt wird.

© Netflix

Die Duffer Brüder, dahinter stecken die Zwillinge Matt und Ross (*1984), landeten mit der ersten Staffel einen internationalen Hit. Vermutlich einer der größten Erfolge des Streaming-Dienstes und Serienproduzenten Netflix, so dass klar war, dass es eine Fortsetzung geben musste. Während in den ersten Folgen der Gruselfaktor eine hohe Priorität besaß und die Spannung durch die Gefahr des Unbekannten erzeugt wurde, musste dies in der Fortsetzung verändert werden. Die Erzählung setzt absichtlich ein Jahr später ein, nachdem scheinbar Normalität eingekehrt ist und die ganze Angelegenheit durch Lügen in der Öffentlichkeit verschleiert wurde. Doch unter der Oberfläche brodelt es weiter. Dafür lassen sich die beiden Brüder aber sehr viel Zeit und erzählen wie gewohnt durch viele Einzelstränge eine Geschichte vom Erwachsenwerden. So halten sich alltägliche Begebenheiten und mysteriöse Vorkommnisse anfänglich die Waage und steigern sich langsam zu einem Finale, was der Zuschauer dann in dieser Heftigkeit aufgrund der bis dahin ruhigen Erzählung nicht kommen sah. So besitzt die zweite Staffel einen anderen Fokus und verlagert ihren Schwerpunkt immer weiter weg von einem Horror-Standpunkt hin zu einer typischen Coming-of-Age-Geschichte mit viel Nostalgie-Charme.

© Netflix

Auch diesem Retro-Charme verdankt die Serie ihren guten Ruf und ihre Fan-Gemeinde. Hier, wie schon bei ihrer Erzählung, erfinden die Serienmacher nichts Neues, sondern tauchen ironiefrei in die Vergangenheit ab. Dabei entfaltet sich die Prä-Smartphone-Welt der 80er Jahre hier mit voller Wucht. Der Look der Zeit, der Stil der Kleidung und vor allem die Musik verströmen einen authentischen Charme, welcher die Nostalgie bei allen Zuschauern anregt und so zu einer starken Triebfeder wird. Gerade auf tonaler Ebene haben sie in der zweiten Staffel noch einen draufgesetzt und führen die Zuschauer mit vielen Zitaten und Anlehnungen zurück in die Zeit, in welcher der Regisseur Steven Spielberg und der Autor Stephen King sowie viele Highschool-Filme stilprägend waren. Das macht “Stranger Things” so echt und lässt die Zuschauer diese Zeit mit der richtigen Mischung aus Herz, Sehnsuchtsgefühl und Spannung erleben.

© Netflix

Fazit: Die zweite Staffel der Netflix-Erfolgsserie “Stranger Things” entführt die Zuschauer wieder in die fiktive Stadt Hawkins, in der seltsame Dinge passieren. So erzählt die Serie gekonnt die Geschichte weiter und erweitert sie vor allem um das große Thema des Erwachsenwerdens. Beheimatet ist die Serie auch diesmal in den 80er Jahren und macht diese Zeit mit dem Stil, der richtigen Musik und Authentizität greifbar. Diese Mischung macht “Stranger Things” zu einer spannenden Serie, auf deren weitere zwei Staffeln der Zuschauer sich schon sehr freuen kann.

Bewertung: 5/5

Der Trailer zur zweiten Staffel der Serie “Stranger Things”:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:


Ebenfalls auf der Testkammer:

2 Gedanken zu ““Stranger Things” (Staffel 2, 2017)

  1. Die 2. Staffel hatte mir auch überaus gut gefallen. Der 80er Retro ist schön erhalten geblieben und die Story wurde sehr brauchbar weitererzählt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s