„Ralph reicht’s 2: Chaos im Netz“ (2019)

© The Walt Disney Company

Filmkritik: Der 52. abendfüllende Spielfilm aus dem Hause Disney, welches mittlerweile einen Marktanteil von 25% hält, war der 2012 erschienene Animationsfilm „Ralph Reichts“. Dieser sprach das Herz aller Retro-Gamer an, überzeugte mit seinem großen Herz und viel Humor und Anspielungen und gewann dafür den Oscar für den ‘Besten Animationsfilm’ auf der 85. Verleihung. So verwundert es nicht, dass es jetzt eine Fortsetzung gab: „Ralph reicht’s 2: Chaos im Netz“ (OT: „Ralph Breaks the Internet“, USA, 2019), welche es auch zu den 91. Oscars schaffte, aber gegen „Spiderman: A new Universe“ berechtigterweise nicht gewinnen konnte.

Der ehemals als Bösewicht gehandhabte Ralph und die Rennfahrerin Vanellope leben in ihrer Arkade-Welt der alten Spielhalle und sind routiniert in allen Spielen zu Gast. Als Vanellopes Spiel repariert werden muss, beschließen die beiden in das neue unbekannte Internet zu gehen, wo sie das notwendige Ersatzteil bekommen können. Dort angekommen erwartet sie eine riesige Welt, welche so viele neue Möglichkeiten offenbart. Bei Ebay finde sie, was sie suchen, doch jetzt brauchen sie noch das Geld, um es auch kaufen zu können. Sie schauen sich im World Wide Web nach Verdienstmöglichkeiten um und landen so u.a. in dem Rennspiel Slaughter Race, welches Vanellope sehr fasziniert, da sie sich insgeheim schon länger nach etwas Neuem sehnt.

© The Walt Disney Company

Auch bei diesem Film hat wieder Rich Moore (*1963), der bereits den ersten Teil und den ebenfalls den sehr erfolgreichen Animationsfilm „Zoomania“ (2016) als Teil eines Regie-Trios realisierte, die Regie übernommen. Er berichtet, wie sich seine Helden aus der alten Retro-Spielewelt, welche anfänglich noch für ein paar schöne Witze sorgt, heraus in die weite Welt des Internets begeben. Dort findet sich der Zuschauer in einer Megacity wieder, welche von den Hochhäusern von Google, Ebay und Instagram dominiert wird. Außerdem wird die Suchfunktion hier wunderbar in Szene gesetzt, die Schattenseite des World Wide Web ebenfalls gezeigt und auch, wie man dort zu Ruhm kommen kann. Alles wird dabei mit einem Augenzwinkern erzählt und baut viele Disney-Elemente mit ein. Neben dem großen Prinzessinnen-Treffen, was äußerst amüsant ist, treffen die Helden auch auf Star-Wars- und Marvel-Figuren, die Muppets, I-Ah und Brummbär, welche mittlerweile alle zum Disney-Universum gehören. Doch trotz der vielen Bezüge und Wiedererkennungsmomente ist die Story im Gegensatz zum ersten Teil zu schwach. Die Konflikte wirken zu konstruiert und die Emotionalität wird definitiv überstrapaziert. So klar wie das Ende der Geschichte ist, so langweilig ist es auch. Dadurch eignet sich der Film, trotz der spaßigen Details, weder für Erwachsene noch für junge Zuschauer, die zu wenig davon wirklich einordnen und verstehen können. So fragt man sich unweigerlich, für welches Zielpublikum dieser Film konzipiert wurde und warum er so leichtfertig sein Potential verspielt. Da hilft es auch nicht viel, dass die Optik und Bildsprache äußerst treffsicher und gelungen ist und sich so wunderbar an die modernen Sehgewohnheiten anschmiegt. Kein Wunder also, dass der außergewöhnliche „Spiderman: A New Universe“ (2018)  den Oscar gewinnen konnte, obwohl dieser sonst fast jedes Jahr an Disneys-Popcorn-Kino geht.

© The Walt Disney Company

Fazit: Der Animationsfilm „Ralph Reichts 2: Chaos im Netz“ ist der Nachfolger des 2012 erschienenen Retro-Gamer-Animationsspaß. Der gleiche Regisseur, Rich Moore, inszeniert auch den Nachfolger und bringt seine Helden ins Internet. Dort kann man als Zuschauer viele Anspielungen, Figuren und Verweise entdecken. Diese bereiten stellenweise auch Freude, schaffen es aber nicht über die langweilige Hauptgeschichte mit bekannten Entwicklungen hinweg zu trösten. Vor allem Kinder werden wenig mit dem Film anfangen, Erwachsene können sich zumindest von der schönen Bilderflut mit vielen Details angenehm einlullen lassen.

Bewertung: 6/10

Kinostart: 24. Januar 2019, DVD-Start: 6. Juni 2019

Der Trailer:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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