„Rules of Play” (2018)

Kurzfilm / Deutschland / Animation / 2018

Filmkritik: Der Regisseur und Animationskünstler Merlin Flügel lieferte uns mit seinem zweiten Kurzfilm „Echo“, der auch der 63. Berlinale zu sehen war, bereits einen visuell einmaligen und schwer interpretierbaren Film. Auch sein zweiter Kurzfilm „Rules of Play“, der u.a. auf dem 61. DOK Leipzig und der 25. Internationalen Kurzfilmwoche Regensburg 2019 lief, macht es einem nicht leicht, entzückt aber mit viel Verspieltheit.

Eine Gruppe von Spielern trifft sich in der Nacht auf einem Spielplatz und bestreitet dort viele unterschiedliche Wettkämpfe, um am Ende den Besten zu küren.

Der achtminütige Kurzfilm „Rules of Play“ entführt uns auf einen klassischen Spielplatz, so erkennt man hier und da ein paar typische Geräte. Die Besucher dagegen sind alles andere als typisch. Die Gruppe von Menschen ist gesichts- und geschlechtslos und gleichen einander. Mit wenig Freude und ohne Worte gehen sie ihren Spielen nach und treten gegeneinander an. Durch ihre Uniformität verwischt, wer schlussendlich wirklich gewinnt. Surreal ist der Film nicht nur in seiner Geschichte, sondern auch in seiner Ausgestaltung. Detailarm und unindividuell werden Figuren und der Schauplatz eingefangen. Der Regisseur Merlin Flügel (*1987) arbeitet mit einer reduzierten Formen- und Farbsprache. Er setzt dabei gern das Mittel der Wiederholung ein und erzählt ansonsten seine Geschichte, für die er auch das Drehbuch schrieb, in fragmentarischen, teilweise sich wiederholenden Szenen. Dabei ist die Stimmung auf dem Platz eher gedrückt und der Film verströmt etwas Melancholisches und das Gefühl von Verlorensein. Doch trotzdem ist der Film nicht schwer, sondern leichtgängig und wird von der einen oder anderen skurrilen, humoristischen Idee aufgelockert. Zusammengenommen ist Flügel mit seinem zweiten Film wieder ein außergewöhnlicher Animationsfilm gelungen, der zum Interpretieren, Nochmal-Sehen und auch zum Genießen einlädt, so dass man unbedingt mehr von dem Animationskünstler sehen möchte. 

Fazit: Der Animationsfilm „Rules of Play“ ist ein faszinierender Ausflug auf einen Spielplatz, wo sich Figuren ohne Gesichter und ohne Worte über Spiele verständigen. Dabei wählt der Regisseur Merlin Flügel eine passenden, surrealen Stil, der es schafft die BetrachterInnen von den ersten Bildern an zu fesseln, so dass man der Geschichte gern genauer auf der Grund gehen will.

Bewertung: 7,5/10

Schau Dir den Kurzfilm „Rules of Play“ hier an:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

  • 61. DOK Leipzig – Katalog (Programm ‚Deutscher Wettbewerb Kurzfilm‘)
  • Eintrag des Kurzfilms „Rules of Play“ beim Distributor Miyu

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