„Rules of Play” (2018)

Kurzfilm / Deutschland / Animation / 2018

Filmkritik: Der Regisseur und Animationskünstler Merlin Flügel lieferte uns mit seinem zweiten Kurzfilm „Echo“, der auch der 63. Berlinale zu sehen war, bereits einen visuell einmaligen und schwer interpretierbaren Film. Auch sein dritter Kurzfilm „Rules of Play“, der dem 61. DOK in Leipzig lief, macht es einem nicht leicht, entzückt aber mit viel Verspieltheit.

Eine Gruppe von Spielern trifft sich in der Nacht auf einem Spielplatz und bestreiten viele unterschiedliche Wettkämpfe, um den Besten zu küren.

Der achtminütige Kurzfilm „Rules of Play“ entführt uns auf einen klassischen Spielplatz. Hier und da erkennt man typische Geräte. Die Besucher dagegen sind alles andere als typisch. Die Gruppe von Menschen ist gesichts- und geschlechtslos und gleichen einander. Mit wenig Freude und ohne Worte gehen sie ihren Spielen nach und durch ihre Uniformität verwischt, wer schlussendlich wirklich gewinnt. Surreal ist der Film nicht nur in seiner Geschichte, sondern auch in seiner Ausgestaltung. Detailarm und unindividuell werden Figuren und der Schauplatz eingefangen. Der Regisseur Merlin Flügel (*1987) arbeitet dabei mit einer reduzierten Form- und Farbsprache. Er setzt gern das Mittel der Wiederholung ein und erzählt ansonsten seine Geschichte, für die er auch das Drehbuch schrieb, in kleinen Szenen. Dabei ist die Stimmung auf dem Platz eher gedrückt und der Film verströmt etwas Melancholisches und das Gefühl von etwas Verlorenem. Doch trotzdem ist der Film nicht schwer, sondern leichtgängig und wird von der einen oder anderen skurrilen, humoristischen Idee aufgelockert. Zusammengenommen ist Flügels zweiter Film wieder ein außergewöhnlicher Animationsfilm, der zum Interpretieren, Nochmal-Sehen und auch zum Genießen einlädt, so dass man unbedingt mehr von dem Animationskünstler sehen will.

Fazit: Der Animationsfilm „Rules of Play“ ist ein faszinierender Ausflug auf einen Spielplatz, wo sich Figuren ohne Gesichter und ohne Worte über Spiele verständigen. Dabei wählt der Regisseur Merlin Flügel eine passenden, surrealen Stil, der es schafft den Betrachter von den ersten Bildern an zu fesseln, so dass man der Geschichte gern auf der Grund gehen will.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Film „Rules of Play“ 

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

  • 61. DOK Leipzig – Katalog (Programm ‚Deutscher Wettbewerb Kurzfilm‘)
  • Eintrag des Kurzfilms „Rules of Play“ beim Distributor Miyu

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