„Trading Happiness“ (2020)

Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2020

Filmkritik: In seinem vierten Kurzfilm „Trading Happiness“ (OT: „Trading Happiness“) erzählt der Regisseur Duc Ngo Ngoc, der bereits mit seiner Langfilmdokumentation „Farewell Halong“ (2017) und seinem Kurzfilm „Obst und Gemüse“ (2017) erfolgreich war, ein sanftes Drama, welches seine Verankerung in der Realität hat, und geht damit ins Rennen um den Goldenen Reiter im ‚Nationalen Wettbewerb‘ auf dem 32. Filmfest Dresden.

Die junge Vietnamesin Phuong (Thien Tu Tran) soll zum Wohl ihrer Familie mit einem gut situierten, chinesischen Unbekannten vermählt werden. Vor der Hochzeit überwiegt noch die Vorfreude, doch bei der Vermählung stellt sich nach und nach Unsicherheit bei der jungen Braut ein. Als die Tochter verschwindet muss die Mutter Nghi (Quynh Nhu) entscheiden, wie es nun weitergehen soll.

Der Filmemacher Duc Ngo Ngoc (*1988) stieß bei einem Vietnam-Aufenthalt auf das Thema der arrangierten Ehen. Durch die Ein-Kind-Politik Chinas wird oft auf eine Hochzeit mit vietnamesischen jungen Frauen zurückgegriffen. Dabei passiert dies nicht immer einvernehmlich, sondern auch über Handel und Entführung. Mit seinem geschulten dokumentarischen Blick nähert sich der Regisseur, nach einem Drehbuch von Florina-Alice Biro, in einem Spielfilm dem Thema an. Dabei wählt er die Perspektive einer jungen vietnamesischen

Hoang Bao Nhi Nguyen, Tran Thien Tu und Nhu Quynh
© Meret_Madörin

Frau, welche anfangs noch optimistisch in die Zukunft blickt, und einer Mutter, welche für das Wohl der Familie eine harte Entscheidung treffen muss. Wunderbar fällt auch die fast ausschließliche weibliche Perspektive auf, in der Männer nur wenig zu sagen haben, aber deren Schicksal maßgeblich prägen. Mit realitätsnahen Aufnahmen, großartigen DarstellerInnen und authentischen Locations fängt Ngoc seine Geschichte ein, berührt die ZuschauerInnen und beendete damit sein Studium an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, so dass man nun gespannt sein darf, welche weiteren Filme nun folgen werden.

Fazit: Der deutsche Kurzfilm „Trading Happiness“ ist die Abschlussarbeit des Regisseurs Duc Ngo Ngoc, der mit authentischen Bildern, guten DarstellerInnen, gedreht in seinem Heimatland Vietnam und nach wahren Begebenheiten ein berührendes Drama erzählt. 

Bewertung: 8,5/10

Hier der Trailer zum Kurzfilm „Trading Happiness“. Doch am besten gleich live ansehen. Er läuft im ‚Nationalen Wettbewerb 5‘ auf dem 32. Filmfest Dresden vom 8. bis 13. September 2020.

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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