„Areum Married“ (2019)

Filmkritik: In ihrer Dokumentation „Areum Married“ (OT: „박강아름 결혼하다“, Südkorea, 2019), der auf dem 63. DOK Leipzig seine Deutschlandpremiere feierte, erzählt die südkoreanische Filmemacherin Areum Parkhang von ihrer Ehe, dem gemeinsamen Leben in einem fremden Land und wie ein Pop Up-Restaurant ihren Alltag veränderte.

Nachdem Areum mit Seongman zusammenkommen ist, beschließen die beiden für Areums Studium nach Frankreich zu gehen, damit sie dort endlich die Filme machen kann, die sie gerne möchte. In dem neuen Land lebt sich Areum schnell ein, doch Seongman, nun ihr Ehemann, fühlt sich immer öfter einsam. Doch die Idee, ein Restaurant in den eigenen vier Wänden – das Oegil Restaurant – zu eröffnen, hilft Seongman aus seiner aufkommenden Depression heraus. Die Dynamik verändert sich dann noch einmal als Areum schwanger wird und die große Frage aufkommt, wie es dann mit einem Kind weitergehen soll.

Bereits in ihrem Dokumentarfilm „Areum“ (2016) hat sich die südkoreanische Filmemacherin Areum Parkhang selbst in den Mittelpunkt gestellt und von ihrem Leben und ihren Anfängen als Filmemacherin berichtet. In der Lang-Dokumentation „Areum Married“ widmet sie sich nun den nächsten Jahren, vor allem ihren Studienjahren in Frankreich. Beginnend mit der Suche nach einem Partner, geht es mit hoher Geschwindigkeit zu den nächsten Stationen: Umzug nach Frankreich, Eingewöhnung, Alltag, erneuter Umzug, Schwangerschaft und die ersten Jahre mit dem Kind. Dabei ist die Kamera oft dabei. Ob nun in den schmerzhaften Momenten, wenn die beiden sich streiten oder wenn sie angenehmen Besuch im Restaurant empfangen oder das neue Familienglück entdecken. Der Film fängt wunderbar ein, wie schwer es sein kann ein Leben so zu leben, wie es ursprünglich mal geplant war. Zudem thematisiert der Film auch noch die Problematik, wie unterschiedlich es sich für Menschen anfühlen kann, in einem fremden Land zu leben. Während Areum, auch dank ihrer französischen Sprachkenntnisse, auf die Menschen zugehen kann, zieht sich Seongman immer weiter zurück. Die 86-minütige Doku ist eine sehr persönliche Geschichte, in der man sich als ZuschauerIn zum Teil auch wiederfinden kann. Das private, alltägliche Leben steht hier im Mittelpunkt und der Film stellt die dazu passenden Fragen. Areum Parkkang scheut sich dabei auch in schlimmen Situationen nicht vor der Kamera und stellt so eine unglaubliche Nähe her, welche dem Publikum manchmal zu viel sein könnte, die einen aber vor allem mitnimmt auf das schwierige Abenteuer Leben.

Fazit: Die Filmemacherin Areum Parkkang erzählt in ihrer Dokumentation „Areum Married“ von ihrem Neustart in Frankreich, um dort die Kunst des Dokumentarfilmen zu studieren, ihrem Ehemann, der sich schwer integrieren kann, und von all den Ereignisse, die sie so nicht erwartet haben und ihr Leben durcheinander bringen. Nah dran ist das Publikum bei allen Höhen und Tiefen und erlebt so hautnah ihren Alltag. So ist der Film sehr persönlich, bietet aber viele Anknüpfungspunkte und ist so ein gelungenes persönliches Portrait einer turbulenten Zeit.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Film „Areum Married“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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