„Mission Ulja Funk“ (2021)

Filmkritik: Das Generation-Programm der 71. Berlinale hielt viele einfühlsame, starke oder gesellschaftskritische Filme parat. Doch was auch nicht fehlen durfte, war ein Film, der etwas quatschig ist und sich ganz an seine junge ZuschauerInnen richtet. Die Regisseurin Barbara Kronenberg schuf mit „Mission Ulja Funk“ (OT: „Mission Ulja Funk“, Deutschland, Luxemburg, Polen, 2021) einen solchen Beitrag und schickt seine jungen HeldInnen auf einen quietschbunten Roadtrip.

Die 12-jährige Ulja Funk (Romy Lou Janinhoff) hat einen Asteroiden entdeckt und stellt in dem offenen Kindergottesdienst in Lemheim ihre Entdeckung vor. Dieser von Ulja benannte VR-24-17-20 soll bald auf der Erde einschlagen und Ulja erklärt die Dringlichkeit jetzt zu handeln, doch die Erwachsenen wollen von diesem Wissenschafts-Kram nichts hören. Nachdem ihre Großmutter (Hildegard Schroedter) im religiösen Eifer auch noch ihr ganzen Equipment entsorgt, beschließt sie sich allein auf den Weg nach Weißrussland zu machen, um ihren Asteroiden zu entdecken. Dazu braucht sie nur jemanden der ein Auto fahren kann. Da kommt ihr Mitschüler Henk (Jonas Oeßel) ihr ganz recht und so begeben sie sich zu zweit im Leichenwagen und mit unbemerkten blinden Passagieren auf ihre Reise. 

Der 92-minütige Spielfilm „Mission Ulja Funk“ ist das Debüt der Regisseurin Barbara Kronenberg, welche vorher mit ihrem Kurzfilm „Die Ballade von Ella Plummhoff“ (2015) aufgefallen ist. Sie schrieb zu diesem Roadmovie auch das Drehbuch und packte darin sehr viel Slapstick, skurrile Begebenheiten, ein Huhn als blinden Passagier, aber auch für junge Menschen wichtige Botschaften wie den Wert von Freundschaft und Zusammenhalt hinein. Alles ist dabei in eine turbulente Abenteuergeschichte verpackt, deren verschlungene Wege aus der Mitte Deutschland nach Weißrussland man nicht voraus ahnen kann. Dabei treffen Ulja und ihr Begleiter, welche sich in schönster Buddy-Movie-Manier am Anfang nicht ausstehen können, auf viele kleine Geschichten am Wegesrand und lernen sich natürlich auch besser kennen. Auch die stark überzeichnete russlanddeutsche Großmutter erfährt charakterliche Veränderungen. Doch viel Raum für Gefühle und charakterliche Entwicklungen räumt die Regisseurin ihren Figuren nicht ein, denn die Zeit drängt und es tauchen immer neue Hindernisse auf. Als erwachsene ZuschauerIn kann einem diese überbordende Geschichte etwas zu viel werden, vor allem der Humor, der stark klamaukig ist. Doch das junge Publikum wird hellauf begeistert sein und kann sich hier wunderbar unterhalten lassen. Denn Kronenberg schafft es in einem gelungenen Gewand den Roadtrip in vielen Farben erstrahlen zu lassen und besetzte die Rollen sehr gut. Vor allem das Kindergespann Romy Lou Janinhoff und Jonas Oeßel ist wunderbar und besitzt eine eigene Dynamik. So ist „Mission Ulja Funk“ ein Film für die ganze Familie, bei dem die Kinder sehr viel lachen können und die Erwachsenen auch ein wenig von dem skurrilen Roadtrip mitgerissen werden.

Fazit: „Mission Ulja Funk“ ist das gelungene Spielfilm-Debüt der Regisseurin Barbara Kronenberg, die hier aus kindlicher Perspektive ein Roadmovie-Abenteuer inszeniert, das mit vielen abenteuerlichen Elementen, kindgerechtem Humor und skurrilen Einfällen aufwarten kann und ist so (vor allem für junge ZuschauerInnen) sehr unterhaltsam. 

Bewertung: 7/10

Trailer zum Film „Mission Ulja Funk“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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