„Störenfrieda“ (2022)

Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2022

Filmkritik: Der 26-minütige Spielfilm „Störenfrieda“ von Alina Yklymova, der auf dem 43. Filmfestival Max Ophüls Preis seine Uraufführung feierte, ist ein gelungener Film über das Aufräumen mit Denkmustern und auch über ein notwendiges Aufeinanderzugehen, um Veränderung zu schaffen.

Ava (Katharina Abel) und Sascha (Massiamy Diaby) betreiben in ihrer Wohnung die FLINT*-Kneipe ‚Störenfrieda‘, die ein Schutzraum für ihre Community darstellt. Als eines Tages Avas Vater Gunter (Thomas Krutmann) vor der Tür steht und für ein paar Nächte Unterschlupf sucht, kommt Unruhe rein.

Die Drehbuchautorin Lisa Brunke und die Regisseurin Alina Yklymova (*1990) haben zusammen das Buch entwickelt, in dem sie mehrere Themen miteinander verweben, alles um diese FLINT*-Kneipe herum aufbauen und damit auch unwissenden ZuschauerInnen diese Art von Schutzraum näher bringen. Dabei geht es um Themen wie einen wertfreien Umgang miteinander, Respekt statt Diskriminierung, Sprachgebrauch und das Abbilden solch einer FLINT*-Community, was für Personen steht, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität patriarchal diskriminiert werden. Aber nebenbei webt die Autorin Brunke auch das Ruhrgebiet und den dort typischen Menschenschlag mit in die Geschichte ein. Denn der ehemalige Bergarbeiter Gunter ist keineswegs unsympathisch und wenn er in Fettnäpfchen tritt, ist man verlockt zu sagen, dass er es doch nicht so meint.

Thomas Krutmann

Doch genau dort ist der Knackpunkt der Geschichte und das Dilemma von Ava, welche zwischen den beiden Welten steht. Wie schafft man es, Verständnis und Toleranz in antiquierte Denkmuster zu bekommen und wie kann man gerade in solchen Situationen mit Familienmitgliedern umgehen. Nach all diesen Antworten sucht die Regisseurin in ihrem 26-minütigen Drittjahresfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, findet mit „Störenfrieda“ Antworten und bietet zudem gelungene, starke Unterhaltung mit keinen  stereotypen Charakteren, viel Realitätsnähe und Herz.

Fazit: Der deutsche Spielfilm „Störenfrieda“ von Alina Yklymova ist ein starkes Plädoyer für notwendige Veränderung und das Bekämpfen von traditionierten Denkmustern. Dabei führt der mittellange Film wunderbar in die FLINT*-Community ein, zeigt in einem kleinen familiären Kosmos woran es in der Gesellschaft im Allgemeinen hapert, so dass ein wunderbarer und relevanter Film entstanden ist. 

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „Störenfrieda“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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