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Kurzfilm / Chile / Animation / 2021
Filmkritik: Der chilenische Stop-Motion-Film „Bestia“ von Hugo Covarrubias erzählt ein dunkles Stück Landesgeschichte mit Hilfe von Puppen und bekam eine Oscar-Nominierung in der Kategorie ‚Bester Animierter Kurzfilm‘ auf der 94. Oscarverleihung 2022 zu erhalten.
Íngrid Olderöck arbeitet bei der chilenischen Geheimpolizei. Ihre Arbeit verfolgt sie in ihrem Träumen und immer wieder kommen Gedanken über den eigenen Tod und auch den Tod ihres geliebten Hundes auf. Nach und nach manifestiert sich bei ihr die Angst zu sterben.
Der Regisseur Hugo Covarrubias (*1977), der zusammen mit Martin Erazo das Drehbuch schrieb, wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Die Hauptfigur Íngrid Olderöck (1994-2001) gab es wirklich und sie arbeitete im Auftrag der Geheimpolizei DINA (‚Dirección de Inteligencia Nacional‘) in einem Foltergefängnis, in dem zwischen 1974 und 1975 mehr als 100 Personen verschwanden. Sie quälte die Insassen dabei vor allem mit ihrem Hund und wurde niemals für ihre Verbrechen angeklagt. Vor dem Hintergrund dieses düsteren Kapitels der chilenischen Geschichte entstand ein schwer verdaulicher Stop-Motion-Film. In anfänglichen Vignetten und mit Motiv-Wiederholungen erzählt er von den Taten und Träumen seiner Protagonistin. Immer mehr ergibt sich ein erschreckendes Bild und der Regisseur dringt in die Dunkelheit der Seele seiner Protagonistin vor. Die gewählte Technik ist dafür überaus interessant. Aber wie einige andere Kurzfilme („Imbued Life“ (2019, Regie: Ivana Bosnjak und Thomas Johnson) oder „The Bones“ (2021, Regie: Cristóbal León)), werden auch hier die aufwendigen Stop-Motionen-Animationen für etwas Düsteres verwendet. Spannend ist das Spiel mit dem Material, die Puppe aus Porzellan besitzt für sich schon etwas Hartes und Kühles, aber der sehr stoffliche (und irgendwie auch niedliche) Hund stellt einen starken Kontrast vor allem zu den begangenen Grausamkeiten dar. So war „Bestia“ unter all den Beiträgen in der Animationsfilm-Kategorie vermutlich der Eindringlichste und ging dem Publikum unter die Haut, konnte sich aber trotzdem nicht gegen „The Windshield Wiper“ von Alberto Mielgo (2021) durchsetzen.
Fazit: „Bestia“ ist ein Kurzfilm von Hugo Covarrubias, der den Puppen-Stop-Motion-Trick hervorragend für seine dunkle, wahre Geschichte benutzt. Dabei wählt er eine Erzählstruktur, die erst nach und nach den ganzen Schrecken enthüllt und bindet mit seinen starken Bildern die Zuschauer:innen an die Geschichte.
Bewertung: 7,5/10
Den Kurzfilm „Bestia“ hier kostenlos anschauen:
geschrieben von Doreen Matthei
Quellen:
- Wikipedia-Artikel über den Kurzfilm „Bestia“
- Website des Kurzfilms „Bestia“
- Carlos Aguilar, ‚‚Bestia‘: How A True-Life Story Of Torture And Evil Was Turned Into An Oscar-Nominated Stop-Motion Film‘, cartoonbrew.com, 2022
- Joey Moser, ‚Hugo Covarrubias & Tevo Díaz On Embracing the Necessary Darkness for ‚Bestia‘‘, awardsdaily.com, 2022