„Kung Fury“ (2015)

Kurzfilm / Schweden / Fiktion / 2015

Poster zum Kurzfilm "Kung Fury"Filmkritik:  In der Trash-Nacht der 27. Bamberger Kurzfilmtage 2017 lief der wohl trashigste Film aller Zeiten: “Kung Fury”. Der per Crowdfunding produzierte Film bietet alles auf, was man von einem 80er Jahre-Spektakel erwartet und zudem noch mehr, womit man nie gerechnet hätte.

Der Polizist Kung Fury (David Sandberg) quittiert den Dienst, als ihm ein neuer Partner zugeteilt wird. Doch als Adolf Hitler alias Kung Führer (Jorma Taccone) die Polizeiwache angreift kommt Kung Fury zurück, um ihn zu stoppen. Dafür reist er in die Vergangenheit und holt sich Hilfe von der Wikingerin Barbarianna (Eleni Young) und dem Gott Thor (Andreas Cahling), um dann ins Jahr 1985 nach Miami zurückzukehren und alle Nazi-Schergen und den Kung Führer zu besiegen.

Der schwedische Filmemacher David Sandberg (*1981) hatte bisher in seinem Heimatland sein Handwerk vor allem in Werbespots und in Musikvideos erprobt. Als er die Idee für “Kung Fury” hatte, startete er eine Kickstarter-Kampagne, um das Geld für den kostenfreien Online-Film zu sammeln. Im Endeffekt bekam er sogar das Dreifache an finanziellen Mitteln, als es ihm vorschwebte. Diesen Erfolg verdankte er seinem originellen Drehbuch, in das er alles an ikonischen Elementen der 80er Jahre eingebaut hatte, was man sich nur vorstellen kann und darüber hinaus noch vieles mehr. So begegnen uns nicht nur Arkaden-Konsolen, Laser-Einhörner, Kung-Fu-Kämpfe, sondern auch Dinosaurier, Wikinger, Thor und das Böse in Persona, Adolf Hitler. Es klingt abstrus, das alles in einen 30-minütigen Film zu packen und das ist es auch. Aber bevor man über sowas nur ansatzweise nachdenken kann, passiert das nächste Seltsame und Übertriebene. Von diesen Übertreibungen und dem Retro-Charme lebt der Film. Die eingefangenen Aufnahmen sehen, obwohl das meiste Geld in Spezial Effekte floss, nicht nur billig aus, sondern besitzen auch die Qualität alter VHS-Aufnahmen inklusiver typischer Bildstörungen. Hinzukommen der passende Score zu dem die 80er-Jahre-Ikone David Hasselhoff den Song “True Survivor” beigesteuert hat. Das ganze Projekt ist eine große Hommage mit einem zwinkerndem Auge an vergangene Kinozeiten. Kein Wunder also, dass es bisher über 29 Millionen mal auf YouTube abgerufen wurde und sogar 2016 den schwedischen Filmpreis, den Guldbagge-Preis, für den Besten Kurzfilm erhielt. Vor Kurzem hat der Regisseur David Sandberg zur Freude aller Fans durchblicken lassen, dass es vermutlich bald eine Fortsetzung geben wird.

Bewertung: 6,5/10

Der Kurzfilm zum Anschauen:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Ein Gedanke zu “„Kung Fury“ (2015)

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