“I used to be famous” (2015)

Kurzfilm / UK / Animation / 2015

Poster zum Kurzfilm "I used to be famous"Filmkritik: Der britische Kurzfilm “I used to be famous”, welcher in der ‘Europe in 19 Minutes’-Reihe auf dem 18. Landshuter Kurzfilmfestival 2017 lief, verbindet geschickt verschiedene Themen und mausert sich so zu einem stimmigen Gesellschaftsporträt.

Vince Denman (Tom Bacon) war vor längerer Zeit als Teil einer Boyband berühmt. Doch jetzt ist er arbeitslos, wohnt wieder bei seiner Mutter und geht Tag für Tag raus auf die Straßen von Peckham, um Anerkennung zu ernten und wieder berühmt zu werden. Doch er findet kein Gehör, bis er auf den Autisten Stevie ( Byron Konizi) trifft. Dieser gibt Vince neue, musikalische Ideen und erweitert seinen Blick, doch er kann seinen früheren Ruhm nicht vergessen.

Der Regisseur und Drehbuchschreiber Eddie Sternberg schuf mit dem Kurzfilm ein stimmiges Gesellschaftsporträt sowie eine überzeugende Geschichte eines Mannes, der das Vergangene einfach nicht loslassen kann. Dafür kreierte er eine Figur, für deren Verhalten und ihren Egoismus man sich hin und wieder schämt, aber trotzdem auch Mitgefühl für ihn entwickeln kann. Der Tunnelblick, den dieser besitzt, wird wunderbar umgesetzt, und zeigt wie schlecht der Mensch über seinen eigenen Tellerrand hinaus blicken kann. Auch die fast märchenhafte Komponente – die Begegnung mit einem anderen Menschen, die alles verändert – wird realistisch eingefangen und gibt der Geschichte die Möglichkeit sich in unterschiedliche Richtungen zu entwickeln. Sternberg entschied sich für ein Happy End und das tut der Film sehr gut. Handwerklich ist der Film ebenfalls stimmig umgesetzt und vor allem der Schauspieler Tom Bacon, mit seinem Unterschichten-Dialekt und der Frisur aus vergangenen Tagen, spielt seine Rolle überzeugend und lebendig. Abgerundet wird der Film durch die Zusammenarbeit mit einem Autisten, welche auch hier wunderbar funktionierte. Im Gesamten ist der Kurzfilm “I used to be famous” eine überzeugende Culture-Clash-Geschichte, fest verankert in der Realität, aber mit dem richtigen Gespür für die Stimmung, so dass ein etwas märchenhafteres Happy End angebracht ist.

Bewertung: 7,5/10

Hier kannst du den kompletten Kurzfilm “I used to be famous” anschauen:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Ein Gedanke zu ““I used to be famous” (2015)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.