„Alphamädchen“ (2017)

Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2017

Filmkritik: Im Jugendblock des 30. Filmfest Dresden lief die Coming-of-Age-Geschichte „Alphamädchen“. Der Regisseur und Drehbuchschreiber Martin Monk liefert damit nicht nur ein souveränes Portrait einer Heranwachsenden, sondern zusätzlich auch noch einen kleinen Einblick in die Berliner Theaterwelt.

Die 17-jährige Nastassja (Emma Drogunova) verbringt wieder ein paar Wochen im Sommer bei ihrem Vater Thomas (Michael Schiller). Dieser ist Schauspieler am Theater und nimmt seine Tochter hin und wieder mit und auch hinter die Bühne, wo sie den Schauspielerkollegen Kai (Sascha Tschorn) kennenlernt, für den sie ein großes Interesse entwickelt.

© Falko Lachmund

Der Quereinsteiger-Regisseur und Drehbuchautor Martin Monk (*1985), der seine Filmemacherlaufbahn im Jahr 2010 mit dem Kurzfilm „Misfortune“ begonnen hat, erzählt mit „Alphamädchen“ eine klassische Geschichte über einen Teenager, der seinen Platz noch finden muss. Geprägt von den getrennt lebenden Eltern und der typischen rebellischen Phase sucht Nastassja sich selbst. Das Anbandeln mit dem Arbeitskollegen des Vaters führt zu einer (möglicherweise notwendigen) Konfrontation. Der 22-minütige Kurzfilm ist in sich abgeschlossen und überzeugt mit seinem souveränen Handwerk. Alles kreist dabei um die Hauptdarstellerin Emma Drogunova, die ihre Figur mit allen Facetten mühelos spielt. Sie schafft es Nastassja zerbrechlich, bockig und stark zugleich wirken zu lassen und braucht dafür nicht viele Worte. Um sie herum entwarf Martin Monk zudem eine interessante Milieustudie, welche einen kleinen Blick in die Berliner Theaterwelt erlaubt. Zusammen mit dem Kameramann Falko Lachmund schuf er starke Bilder, welche der Geschichte ihr Gewand verleihen. Zusammengenommen ist der Kurzfilm „Alphamädchen“ eine handwerklich gut umgesetzte und starke Coming-of-Age-Geschichte, welche nicht nur Jugendliche ansprechen kann.

Fazit: Martin Monks vierter Kurzfilm „Alphamädchen“ ist eine wunderbare Coming-of-Age-Geschichte angesiedelt zwischen Badewiese und Theaterwelt und erzählt, wie man als Teenager über Umwege wieder zu sich selbst und auch zu seinen Eltern finden kann.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Alphamädchen“

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

  • 30. Filmfest Dresden 2018 – Katalog (Wettbewerb ‚Nationaler Wettbewerb‘
  • Doreen Matthei, ‚Fünf Fragen an Martin Monk‚, www.testkammer.com, 2018
  • Website der Crowd-Funding-Kampagne zum Kurzfilm „Alphamädchen
  • Eintrag des Kurzfilms „Alphamädchen“ bei der Agentur Aug & Ohr
  • Website des Regisseurs Martin Monk

2 Gedanken zu “„Alphamädchen“ (2017)

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