„Fische“ (2020)

Kurzfilm / Österreich / Fiktion / 2020

Filmkritik: Auf dem 42. Filmfestival Max Ophüls Preis 2021 gewann in diesem Jahr der österreichische Kurzfilm „Fische“ von Raphaela Schmid den Preis für den ‚Besten Kurzfilm‘ und erzählt eine einfühlsame Geschichte von Verlust, Familie und dem Trubel, der nebenher passiert.

In einem Chinarestaurant treffen sich die beiden Geschwister (Julia Franz Richter und Roman Binder), um sich von ihrer Mutter zu verabschieden. Während sie mit den richtigen Worten ringt, versucht er seine Trauer zu verschweigen. Währenddessen kochen an anderen Tischen zuweil die Emotionen hoch.

Der 17-minütige Kurzfilm „Fische“ der österreischen Filmemacherin Raphaela Schmid (*1990), welche auch das Drehbuch schrieb, ging von der Trauer eines sehr unterschiedlichen Geschwisterpaares aus und wohnt ihnen bei ihrem Abschied von ihrer Mutter in einem weihnachtlich geschmückten Chinarestaurant bei. Doch wie das Leben so ist, passiert nicht nur viel im Inneren mit ihnen, sondern auch in ihrem Umfeld. An den anderen Tischen wird gestritten, geflirtet und natürlich gegessen. Immer wieder löst sich die Geschichte von den Geschwistern und weitet anekdotenhaft den Blick auf die anderen Gäste aus. Für diese doch eher fragmentierte Erzählung, die genauso abschweift, wie man das selbst von der eigenen Aufmerksamkeit in einem vollen Raum kennt, findet Schmid die gelungene Bildsprache. Gedreht auf 16mm-Film und im 4:3 Format bedient sie sich gelungener Topshots und hat eine sehr nahe Kameraarbeit. Das großartige Schauspiel aller Beteiligten geht hier Hand in Hand mit der überladenen Kitsch-Atmosphäre des Restaurants. Doch trotz vieler Geschichten verliert der Film nie den Blick für seinen Schwerpunkt, macht die Trauer der beiden spürbar und ist so auch ein einfühlsames Portrait von Verlust. So verwundert es nicht, dass Schmid mit ihrem Film auf dem 42. Filmfestival Max Ophüls Preis als ‚Bester Kurzfilm‘ ausgezeichnet wurde.

Fazit: Der Preisträgerfilm „Fische“ stammt aus der Hand von Raphaela Schmid und erzählt auf einfühlsame Weise in einer abschweifenden Erzählart und mit einer tollen Kameraarbeit von familiären Verlust und dem Umgang damit und schuf so einen berührenden und perfekt umgesetzten Kurzfilm. 

Bewertung: 7/10

Trailer zum Kurzfilm „Fische“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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