„Glee“ (Staffel 4, 2013)

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Serienkritik: Nachdem die Highschool-Serie „Glee“ eigentlich nach der dritten Staffel enden sollte, da viele der Glee-Clubber auch die High School abgeschlossen hatten, fanden die Serienmacher Ryan Murphy, Brad Falchuk und Ian Brennan einen Weg die Geschichten gleichzeitig in Ohio und New York weiterzuerzählen, doch die gleiche Stärke schafft die Serie in ihrer vierten Staffel nicht wieder aufzubauen.

Rachel (Lea Michele) beginnt an der Schule ihres Traums, der NYADA, ihr Studium und wird gleich von der Tanzlehrerin Cassandra July (Kate Hudson) auf den Kieker genommen, doch in Brody (Dean Geyer) findet sie einen neuen Freund. Als dann noch Kurt (Chris Colfer) mit ihr zusammenzieht, fehlt eigentlich nur noch Finn (Cory Monteith) zu ihrem Glück. Kurt hat sich während der Wartezeit für das nächste Semester bei der Vogue beworben und wird gleich von der Chefin Isabelle Wright (Sarah Jessica Parker) eingestellt. Währenddessen bereiten sich die restlichen Glee-Clubber auf ihr letztes Jahr vor. Blaine (Darren Criss) übernimmt die Führung. Mit den neuen Mitgliedern Wade (Alex Newell), Marley (Melissa Benoist), Jake (Jacob Artist), Kitty (Becca Tobin) und Ryder (Blake Jenner) sind sie gleich gut aufgestellt, bereiten sich zusammen mit Finn, der nach Ohio zurückkehrt ist, auf die Sectionals vor und werden dabei immer wieder von ehemaligen Mitgliedern wie Santana (Naya Rivera) unterstützt.

Alex Newell, Becca Tobin, Heather Morris, Jenna Ushkowitz, Melissa Benoist

Die High-School-Musical-Serie „Glee“, welche mit ihren ersten drei Staffeln die ZuschauerInnen mit einer gelungenen Mischung aus Musik, Tanz, Highschool-Dramen und dem Ansprechen wirklich wichtiger Themen begeistert konnte, wurde über ihr Original-Konzept hinaus um eine vierte Staffel verlängert. Da die Hälfte der liebgewonnenen Charaktere mittlerweile von der Schule abgegangen sind, wurde die Handlung in zwei Stränge gespalten und leider funktioniert nur der eine Teil davon richtig gut. Die Szenen an der NYADA und in New York mit Rachel, Kurt und später auch Santana enthalten genug Abwechslung, Veränderungen und Überraschungen, so dass man den Charakteren gerne bei diesem neuen Abenteuern beiwohnt. Doch statt die Ereignisse in Ohio fest an die bekannten Figuren zu heften und nun endlich Personen wie Tina ins Zentrum der Ereignisse zu stellen, entscheiden sich die drei Serienmacher Ryan Murphy, Brad Falchuk und Ian Brennan dafür, neue SchülerInnen einzuführen, welche die Handlungen tragen sollen, so sind mit Marley, Wade, Jake, Ryder und Kitty fünf neue Hauptpersonen geschaffen, die einen gefühlt im Reifeprozess zurückwerfen. Mobbing, Lügen und alberne Liebeleien sind nun wieder an der Tagesordnung. Das ist schade, denn zusammen mit seinen Figuren sind die ZuschauerInnen mit den Staffeln erwachsener geworden. Doch glücklicherweise tauchen auch in dieser Staffel in regelmäßigen Abstände die liebgewonnen Figuren, egal wohin es sie verschlagen hat, auf, so dass man doch mit Neugierde dabei bleibt und dann mit der außergewöhnlichen Folgen wie die Hochzeitsfolge belohnt wird. 

Chris Colfer und Naya Rivera

Auch wenn storytechnisch hier manche Charakterentwicklung nicht verständlich ist und manche immer noch nicht erwachsener geworden sind, bietet die Serie weiterhin gute Unterhaltung. Das verdankt sie natürlich auch ihren großartigen Musik- und Tanzeinlagen, deren Inszenierungen dem Konzept treu geblieben sind. Die Songs sind eng mit den Themen und Figuren verwebt. Zudem stammen sie wieder aus vielen Jahrzehnten und decken ein breites Spektrum an Genres ab. On Top gibt es auch hier wieder eine Musical-Inszenierung – diesmal „Grease“. So ist auch die vierte Staffel, wenn auch nicht ganz so rund, wie die ersten drei, gelungene Unterhaltung und verschafft den ZuschauerInnen bestimmt den einen oder anderen Ohrwurm.

Cory Monteith und Jayma Mays

Fazit: Die vierte Staffel der Musicalserie „Glee“, obwohl sie von den gleichen Serienmacher stammt wie die vorhergehenden Staffeln, funktioniert nicht mehr so gut. Das liegt vor allem daran, dass neue Charaktere zu sehr die alten, ins Herzen geschlossenen verdrängen, obwohl man auch allein diese Geschichten aus Ohio und New York gut weiter erzählen hätte können. Trotzdem ist die Serie wunderbar unterhaltsam, bleibt sich ihrem Konzept treu und besticht mit vielen Gesangs- und Tanznummern. 

Bewertung: 4/5

Trailer zur Staffel 4 der Serie „Glee“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

  • Wikipedia-Artikel über die Serie „Glee
  • Playlist der Musik in der vierten Staffel der Serie „Glee“ 
  • Wikipedia-Artikel über die vierte Staffel der Serie „Glee

Rezensionen weiterer Glee-Staffeln in der Testkammer:

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