„Glee“ (Staffel 5, 2019)

Serienkritik: Nachdem die Serie schon mit der vierten Staffel über ihr ursprünglich vorgesehenes Serienende hinaus verlängert wurde, versucht sie in der fünften Staffel, erschienen 2014, nicht nur den überraschenden Tod des Darstellers Cory Monteith zu verarbeiten, sondern auch die Serie wieder auf einen einheitlichen Kurs zu bringen, doch das mag nicht mehr so richtig gelingen. 

Nachdem Finn (Cory Monteith) gestorben ist, ist nichts mehr so, wie es einmal war. Auf der McKinley-High versuchen die Glee-Kids zusammen mit Will Schuester (Matthew Morrison) noch einmal, insbesondere für Finn, die Nationals zu gewinnen. Das ist auch die einzige Möglichkeit unter der neuen Schulleiterin Sue Sylvester (Jane Lynch) den Glee Club am Leben zu erhalten. Währenddessen versuchen Rachel (Lea Michele), die sich in die Arbeit für das Musical ‚Funny Girl‘ stürzt, und Kurt (Chris Colfer) mit dem Verlust zu leben. Als dann am Ende des Schuljahres noch Blaine (Darren Criss), Sam (Chord Overstreet), Mercedes (Amber Riley) und Artie (Kevin McHale) in die Stadt ziehen, ist die alte Clique beinahe wieder vereint und so beginnt für alle ein neuer Lebensabschnitt im Big Apple.

Lea Michelle und Chris Colfer

Die ersten Staffeln von „Glee“ war beinahe eine klassische Highschool-Serie gefüllt mit typischen Problemen, aber auch mit wunderbaren Charakteren, Gesang und Tanz. In der vierten Staffel zerfaserte die eigentliche Geschichte und spielte gleichzeitig in New York, wo wir die ehemaligen McKinleys dabei beobachteten können, wie sie zu neuen Ufern aufbrechen, und parallel blieben wir in Ohio und lernte neue Glee-Clubber kennen. Das funktionierte nur mäßig und wurde dann in der fünften Staffel leider so fortgesetzt, bis in der 14. Folge auf einmal das Aus für die McKinley-Kids kam. Mit einer schönen Abschiedsfolge wird der Glee-Club geschlossen, viele weitere Charaktere zog es daraufhin nach New York, so dass die Handlung komplett dorthin verlegt werden konnte. Doch auch hier bekommt die Serie ihren alten Schwung nicht recht wieder. Weniger interessante oder zu sehr bemühte Konflikte treten auf, so dass viele Rollen auch an Sympathien verlieren. So geht die Nähe zu den ehemaligen Glee-Kids verloren.

Cord Overstreet, Kevin McHale, Jenna Ushkowitz und Darren Criss

Doch trotzdem ist es gut, dass die Serienmacher Ryan Murphy, Brad Falchuk und Ian Brennan nach dem Tod des Schauspielers Cory Monteith mit nur 31 Jahren die Geschichte weiterführen wollten und ihm in der Serie noch einen schönen Abschied gaben. Doch man merkt im Gesamten, dass die Geschichten auserzählt sind. Alles was jetzt folgt sind stereotype Versatzstücke, die man nicht wirklich braucht. Ein finales und früheres Happy End hätte der Serie gut getan. Den größten Bonus spenden natürlich die gut eingebauten Songs und Tanzeinlagen, welche weiterhin mit soviel Liebe und Leidenschaft von dem hervorragend besetzten Cast performt werden, dass man darüber die großen Schwächen des Skripts übersehen. Für Fans der Serie mag so die Fortführung der Serie immer noch genug Anreize bieten, aber für alle anderen verkommt sie eher zu uninteressanter Massenware.

Chris Colfer, Naya Rivera und Lea Michelle

Fazit: Die fünfte Staffel der amerikanischen Musical-Serie „Glee“ bügelt die erzählerischen Schwächen der vorhergehenden Staffeln nur wenig aus und verliert sich von Zeit zu Zeit in dramatischen Klischees. Doch der Gesang und die Tanzeinlagen sind weiterhin wunderbar und tragen viel zur Wirkung auch dieser 20 Folgen bei, auch wenn sich nicht leugnen lässt, dass die Serie ihre frühere Strahlkraft nicht wiedererlangt hat.

Bewertung: 4/5

Trailer zur Staffel 5 der Serie „Glee“:

geschrieben von Doreen Matthei

Rezensionen zu den vorherigen Staffeln der Serie „Glee“ in der Testkammer:

Quellen:

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